SEASON III · KAPITEL 16

My Atlantis

Lukas und Marlis

WORUM ES GEHT

Ser Gorwin traut Lukas und Marlis in der Kirche von Casterly Rock. Beim anschließenden Turnier siegt Lukas' alter Freund Ser Erik Stark, der beim Festmahl von seinen Reisen erzählt; Lukas und Jaime berichten Paul, wie sie ihre Hände verloren. Es folgen bewegende Reden von Marlis' Eltern, Tyrion, Jaime, Marlis und Lukas. Tyrion zweifelt an Jaimes auffälliger Gelassenheit gegenüber Cersei, worauf Jaime ihm von Cerseis Brief erzählt. Mit verbundenen Augen wird Lukas zu einer Überraschungsfeier am See mit dem Apfelbaum geführt. Als Marlis und die anderen nicht auftauchen, machen sich Tyrion, Bronn, Podrick und Theon auf die Suche und hören in der Dunkelheit schwere Schritte auf sich zukommen.

1

Die Trauung

Schauplatz: Casterly Rock · Lukas Lannister, Jaime Lannister, Tyrion Lannister, Sansa Stark, Brienne von Tarth, Bronn, Marlis of the Blackwater, Ser Gorwin, Bran Stark, Theon Greyjoy

Der Moment war gekommen, und ein erwartungsvolles Raunen erfüllte die Kirche, als die Türen sich langsam öffneten. Brienne und Sansa standen nebeneinander, beide in edlen Kleidern und strahlend, als sie die schweren Türen aufstießen. Ein sanftes Lächeln lag auf ihren Gesichtern, als Marlis erschien, die ihren ersten Schritt in die Halle setzte, geführt von ihrem Vater. Ihr Kleid war ein Traum aus weißen und goldenen Stoffen, die im sanften Kerzenlicht schimmerten. Ihre Augen leuchteten, als sie den langen Weg entlangschritt, während ihre Mutter und ihre Schwester hinter ihnen folgten. Im Anblick dieses wunderschönen Anblicks wurde die Zeremonie von einem magischen Gefühl durchzogen, und ich spürte, wie ein Kloß in meinem Hals aufstieg.

Die Glocken läuteten, und alle Menschen in der Kirche erhoben sich respektvoll, ihre Blicke voller Bewunderung auf Marlis gerichtet, während sie mit ihren Eltern an ihrer Seite zum Altar schritt. In den ersten Reihen saßen ihre Brüder, und auf der anderen Seite Theon, Bran und Arya, die mir ermutigend zulächelten. Die Schritte hallten sanft in der Kirche wider, und Marlis schien nahezu zu schweben, ihre Schritte leicht und voller Anmut. Schließlich erreichten sie den Altar, und ihr Vater übergab ihre Hand in meine. Wir tauschten einen sanften, liebevollen Blick, und ich verspürte eine unglaubliche Wärme, die sich in mir ausbreitete.

Sansa stellte sich neben Marlis als ihre Trauzeugin, und ihre Eltern blieben in ihrer Nähe, während Marlis' Schwester sich zu ihren Brüdern setzte. Brienne stand still im Hintergrund, wie eine beschützende Wächterin, und sah dem Ganzen mit einem dezenten Lächeln zu. Dann trat Gorwin, der Pfarrer, vor uns und hob die Hände, um die Menge zur Ruhe zu bitten. Die Glocken verstummten, und eine feierliche Stille legte sich über die Kirche.

Mit ruhiger und feierlicher Stimme begann Gorwin zu sprechen. „Wir haben uns heute hier versammelt, um die Vereinigung zweier Seelen zu feiern, die sich entschieden haben, ihr Leben von nun an gemeinsam zu verbringen. Lukas und Marlis – eure Verbindung ist ein Symbol für all das, was die Liebe in ihrem tiefsten Kern ausmacht: Vertrauen, Verständnis und die Bereitschaft, sich einander vollkommen hinzugeben.“

Seine Worte klangen warm und tief, und ich konnte fühlen, wie sich die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf uns richtete. „Die Ehe,“ fuhr er fort, „ist eine Reise, ein Abenteuer, das nur gemeinsam gemeistert werden kann. Es ist ein Versprechen, sich gegenseitig zu unterstützen – in Zeiten der Freude, wie auch in den Herausforderungen, die das Leben für uns bereithält.“

Gorwin lächelte uns beide an und sah Marlis dann direkt in die Augen. „Marlis, wenn du Lukas dein Ja-Wort gibst, versprichst du ihm damit, an seiner Seite zu stehen, seine Träume zu teilen und ihm ein Heim zu bieten, in dem er sich geborgen fühlt. Du wirst seine Stütze sein, seine Liebe und sein Licht. Dieses Versprechen ist tief und bindend, doch es ist auch voller Segen und Glück.“

Marlis’ Augen glänzten, und ich konnte den Hauch eines Lächelns auf ihren Lippen sehen. Sie nickte leicht, ihre Hand fest in meiner.

Dann wandte Gorwin sich mir zu. „Lukas, du trittst mit dem Versprechen vor Marlis, ihr Schutz, ihre Zuflucht und ihr Gefährte zu sein. Du versprichst, ihre Stärken zu fördern und ihre Schwächen zu tragen, sie in guten wie in schlechten Zeiten zu lieben und zu schätzen. So, wie ein Lannister seinem Wort stets treu ist, wirst auch du treu an ihrer Seite sein und ihr eine unverbrüchliche Liebe und Loyalität schenken.“

Ich nickte, und ein wohlwollender Schauer lief mir über den Rücken. Die Worte hatten eine Schwere und Tiefe, die mir noch mehr bewusst machte, wie bedeutungsvoll dieser Augenblick war.

„Und so frage ich dich, Lady Marlis of the Blackwater,“ Gorwin fuhr fort, „vor allen hier versammelten Menschen: Willst du Ser Lukas Lannister zu deinem Ehemann nehmen, ihn lieben, achten und ehren, bis dass der Tod euch scheidet?“

Marlis sah mich an, und ein sanftes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. „Ja, ich will,“ sagte sie klar und deutlich, und die Freude in ihrer Stimme erfüllte mein Herz mit einem Glücksgefühl, das sich kaum in Worte fassen ließ.

Dann wandte sich Gorwin an mich. „Ser Lukas, möchtest auch du Lady Marlis zu deiner Frau nehmen, sie lieben, achten und ehren, bis dass der Tod euch scheidet?“

Mein Herz pochte wild, und ich erwiderte ihren Blick voller Liebe. „Ja, ich will,“ sagte ich, mit einem Gefühl der Klarheit und Entschlossenheit, das mich erfüllte.

„Dann erkläre ich euch hiermit zu Mann und Frau,“ verkündete Gorwin mit tiefer Stimme. „Ihr dürft euch nun küssen.“

Ich trat einen Schritt auf Marlis zu, legte meine Hand sanft an ihre Wange und spürte die Wärme ihrer Haut. Langsam beugte ich mich zu ihr hinab, und unsere Lippen trafen sich in einem Kuss voller Liebe und Hingabe. Ein leises Raunen ging durch die Menge, gefolgt von Applaus, und ich konnte das Lächeln auf Marlis’ Lippen spüren, als wir uns voneinander lösten. Für einen Augenblick war alles andere vergessen, und es gab nur uns beide.

„Ser Lukas und Lady Marlis Lannister meine Damen und Herren!“ rief Ser Gorwin währenddessen.

Gerade als wir uns lösten, begann die Lannister-Hymne zu spielen, ihre kraftvollen Klänge erfüllten die Halle und verstärkten den feierlichen Moment. Die Familie und Freunde um uns herum klatschten und lächelten uns stolz zu, ich sah zu Vater und Onkel Tyrion die beide Tränen in den Augen hatten, genau wie Sansa, Brienne und Marlis Mutter. Es war ein Moment voller Glück und Vollkommenheit.

Nachdem wir uns wieder gesammelt hatten, begann sich die Menge langsam zu bewegen, und die Gäste verließen nach und nach die Kirche. Kurz bevor wir selbst den Weg hinaus zum Turnierplatz antraten, warf ich noch einen letzten Blick auf die festlich geschmückte Kirche und die Menschen, die mir so viel bedeuteten.

2

Das Hochzeitsturnier

Schauplatz: Casterly Rock · Lukas Lannister, Jaime Lannister, Tyrion Lannister, Erik Stark, Sansa Stark, Paul Lannister

Das Turnier beginnt und Ritter aus den größten Königshäusern treten gegeneinander an, ihre Banner wehen stolz im Wind. Unter den Teilnehmern erkennen wir Ser Alaric Martell von Dorne, dessen Familie für ihre hervorragenden Schwertkämpfer bekannt ist. Aus den Weiten des Westens ist Ser Tybalt Lefford angereist, ein bulliger Mann mit starker Statur, der bekannt ist für seine brutale Stärke. Auch Ser Harlan Tully, ein entfernter Verwandter der Tullys aus Riverrun, und Ser Loris Florent, ein geschickter Turnierreiter aus der Weite, sind unter den Anwärtern. Die edlen Ritter liefern sich heftige Kämpfe, die Schwerter klirren und Funken fliegen bei jedem Aufprall auf die Rüstung.

Doch ein Ritter zieht alle Blicke auf sich: Sein Stil ist ebenso präzise wie kraftvoll, seine Schläge geschickt gesetzt und voller Balance. Jaime, Tyrion, Paul und ich schauen mit wachsendem Respekt zu, wie er sich mühelos durch die Kämpfe bewegt. Paul beugt sich zu uns und flüstert: „Wer ist dieser Mann? Seine Technik ist außergewöhnlich.“

Ich runzle nachdenklich die Stirn, während ich seine Bewegungen genauer betrachte. Nach einem Moment erkenne ich ihn. „Das ist doch Ser Erik Stark,“ sage ich überrascht. „Der Cousin von Sansa, Arya und Bran. Er ist lange nicht mehr im Land gewesen, aber früher war er einer meiner engsten Freunde.“

Jaime schaut interessiert auf. „Ein Stark, der in solch glanzvoller Form zurückkehrt – und offenbar mit einem geschickten Schwertarm.“

Paul lacht und erinnert sich: „Ich traf ihn vor einer Weile in Volantis. Wir haben damals das ein oder andere Bier geteilt, und er hat schon damals Eindruck gemacht. Immerhin ein Stark – was sollte man sonst erwarten?“

Tyrion schmunzelt. „Ein Mann mit gutem Geschmack also, was für eine Bereicherung.“ Wir lachen und sehen weiter zu, wie Erik den Kampf dominiert.

Im entscheidenden Gefecht besiegt Ser Erik Ser Alaric Martell, dessen Geschick ihm über viele Runden hinweg in nichts nachstand. Doch mit einem geschickten Manöver stößt Erik sein Schwert zur Seite und erringt den Sieg. Der Jubel im Publikum ist überwältigend, und die Menschen feuern ihn begeistert an, als er seinen Helm abnimmt und sein markantes, entschlossenes Gesicht zum Vorschein kommt.

Nach seinem Sieg kommt Erik zu uns herüber, sein Gesicht strahlt, und wir erheben uns, um ihm zu gratulieren. „Erik mein alter Freund, das war beeindruckend,“ sage ich mit aufrichtiger Freude. „Ich hätte nicht gedacht, dass du jemals so ein fähiger Kämpfer werden würdest. Deine Technik ist hervorragend, wirklich. Ich freue mich riesig, dass du gewonnen hast!“

Erik verbeugt sich leicht und lächelt. „Vielen Dank, Lukas. Es bedeutet mir viel, dass du mich noch erkennst, trotz der vielen Jahre.“

Ich lade ihn daraufhin herzlich ein, beim Festmahl zu uns zu stoßen. „Es wäre uns eine Ehre, wenn du dich uns anschließen würdest, um gemeinsam zu feiern und ein wenig über alte Zeiten zu plaudern.“

Erik nickt erfreut. „Es würde mich wirklich freuen, Lukas. Vielen Dank für die Einladung.“

Auf dem Weg zum Festsaal spreche ich mit Sansa, die neben mir hergeht. „Es ist wirklich beeindruckend, wie gut dein Cousin mit dem Schwert umgeht,“ sage ich anerkennend.

Sansa lacht und nickt. „Früher hat er oft mit Arya und Robb geübt. Sie hatten stets ihre eigenen kleinen Turniere im Hof.“ Ihr Lächeln wird ein wenig traurig, als sie Robbs Namen erwähnt, und sie schaut kurz zu Boden.

Ich lege beruhigend eine Hand auf ihre Schulter. „Sie sind und waren alle exzellent. Ich erinnere mich, an Erik und meine Kämpfe früher und an Arya, wie talentiert sie mit dem Schwert umgeht. Und Robb hat es damals geschafft meinen Vater, mein größtes Vorbild, einen der Besten Schwertkämpfer von Westeros beim Battle of Whispering Wood gefangen zu nehmen. Der Norden kann stolz auf sie alle sein.“

Sie hebt den Blick und lacht auf, von Emotionen berührt. „Danke, Lukas. Und falls du wissen willst, wo Erik all die Jahre war – das wirst du wohl ihn selbst beim Essen fragen müssen.“ Sie schmunzelt und deutet in Richtung des Festsaals.

Ich lache und nicke. „Das werde ich definitiv tun.“

Gemeinsam betreten wir den prächtig geschmückten Saal, in dem schon bald das Festmahl beginnt. Die Tische sind voll gedeckt, und die vielen Gesichter voller Freunde und Familie tragen zur festlichen Atmosphäre bei, während sich die Feierlichkeiten in vollem Glanz entfalten.

3

Festmahl und Geständnisse

Schauplatz: Casterly Rock · Lukas Lannister, Jaime Lannister, Tyrion Lannister, Erik Stark, Sansa Stark, Paul Lannister, Marlis of the Blackwater

Das Festmahl begann in einer prächtigen Halle, deren hohe Decken von kunstvollen Bannern geziert wurden. Die Tische bogen sich unter der Last von gebratenen Enten, saftigen Schweinekeulen, üppigen Brotkörben und großen Krügen voller Wein und Met. Musikanten spielten fröhliche Melodien, und die Stimmung war ausgelassen. Ritter und Damen, Lords und Ladies unterhielten sich lebhaft, während sie ihre Becher hoben und auf den Sieg von Ser Erik Stark anstießen.

Ich saß in der Nähe von Jaime, Tyrion und Paul, doch mein Blick wanderte immer wieder zu Erik, der mit einem breiten Lächeln auf einem der Ehrenplätze saß. Sansa hatte sich neben ihn gesetzt und schien sich blendend zu amüsieren, während sie Erinnerungen austauschten. Es war ein Anblick, der mich mit Freude erfüllte – ein Hauch von Normalität in einer oft rauen Welt.

„Also, Lukas,“ begann Tyrion, während er seinen Becher hob, „was wirst du Ser Erik fragen? Die Neugier steht dir ins Gesicht geschrieben.“ Er grinste schelmisch.

Ich lachte leise. „Ich werde ihn bestimmt nicht mitten im Essen über seine Abenteuer ausquetschen. Aber ja, ich habe viele Fragen – vor allem, warum er so lange fort war und warum er jetzt zurückkehrt.“

„Eine berechtigte Frage,“ bemerkte Jaime, während er einen Schluck Wein nahm. „Seine Technik ist nicht von ungefähr so präzise. Es sieht aus, als hätte er mehr als nur ein paar Kämpfe hinter sich.“

Paul nickte zustimmend. „Vielleicht war er Söldner? Oder hat bei den Schwertkämpfern von Braavos trainiert? Es gibt wenige Orte, die einen solchen Feinschliff verleihen.“

Gerade als ich antworten wollte, erhob sich Erik von seinem Platz und kam auf uns zu. Sein Gesicht strahlte vor Freude, und er wirkte deutlich entspannter als während des Turniers. „Lukas,“ sagte er herzlich, während er mich umarmte, „ich bin so froh, dass wir uns wiedersehen.“

„Das Gefühl ist ganz meinerseits,“ erwiderte ich mit einem Lächeln. „Setz dich doch zu uns. Ich bin sicher, wir alle würden gerne mehr über deine Reisen erfahren.“

Erik nahm die Einladung an und ließ sich neben mir nieder. Er nahm einen großen Schluck aus seinem Becher, bevor er anfing zu sprechen. „Es gibt so vieles zu erzählen, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll. Aber ich denke, das Wichtigste ist, dass ich zurückgekommen bin, weil ich spürte, dass meine Heimat mich braucht.“

„Und wo warst du die ganze Zeit?“ fragte ich neugierig.

Er lächelte verschmitzt. „Von Braavos bis Volantis, von den Wüsten von Essos bis zu den eisigen Küsten von Skagos. Ich habe vieles gesehen, vieles gelernt und bin manchen Legenden gefolgt, die sich am Ende als Wahrheit erwiesen.“

Tyrion beugte sich interessiert vor. „Und was genau hast du gelernt? Deine Kampftechnik scheint jedenfalls auf einem ganz neuen Niveau zu sein.“

Erik grinste. „Man sagt, dass ein Kämpfer nie auslernt, und das stimmt. Ich habe Techniken von den besten Schwertmeistern Essos‘ übernommen und meinen eigenen Stil daraus geformt. Aber das Wichtigste, was ich gelernt habe, ist, dass ein Schwert nur so stark ist wie der Wille, der es führt.“

Die Runde nickte anerkennend. Jaime hob seinen Becher. „Auf diesen Willen! Möge er dich zu noch größeren Taten führen.“

Erik erwiderte den Trinkspruch, und wir stießen an. Doch ich konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass hinter seinen Worten eine tiefere Geschichte lag, die er vielleicht erst später bereit wäre, zu teilen.

Ein wenig später zog Paul uns beide zur Seite, seine Miene war ernst. „Jungs, was hat es mit den goldenen Händen auf sich“ begann er mit Nachdruck. „Ich will endlich wissen, was passiert ist.“

Jaime und ich tauschten einen langen Blick. Es war klar, dass wir ihm die Wahrheit nicht länger vorenthalten konnten. Mit einem tiefen Atemzug begann Jaime, seine Geschichte zu erzählen.

„Es war während meiner Gefangenschaft,“ begann er, seine Stimme ruhig, aber schwer. „Nachdem ich mit Brienne bei meiner Eskortierung nach King’s Landing von den Nordmänner von Locke und seinen Männern überfallen wurde, hat er mich verschleppt. Er war ein sadistischer Bastard, der es genoss, seine Opfer zu quälen. Ich hatte versucht, Brienne zu schützen, sagte ihm, dass mein Vater ihm jeden Betrag, den er möchte bezahlen wird wenn wir freigelassen werden. Er entschied sich jedoch, mir eine Lektion zu erteilen.“ Jaime hob seinen goldenen Stumpf. „Er hackte mir die rechte Hand ab – die Hand, mit der ich mein ganzes Leben lang gekämpft habe. Es war seine Art, mich zu demütigen und seinen Hass gegenüber der wohlhabenden Bevölkerung rauszulassen.“

Paul fluchte leise, aber Jaime fuhr unbeirrt fort: „Locke wollte mich brechen, aber ich habe überlebt. Am Ende wurde ich freigelassen, weil Roose Bolton mich als Pfand brauchte. Doch ich habe nie vergessen, was Locke mir angetan hat.“

Paul sah uns geschockt an. Nach ein paar Sekunden fuhr ich fort. „Locke war mehr als nur ein sadistischer Söldner. Er verspürte einen tieferen Hass – nicht nur gegenüber Vater, sondern auch mir gegenüber. Er fälschte einen Brief von Cersei den er uns zuschickte, in dem er vorgab, wir sollen nach Kingswood kommen, um uns dort mit ihr zu treffen und über alles zu reden. Es war eine Falle.“ Ich sah Paul fest in die Augen. „Wir waren zu dieser Zeit in Winterfell… am Morgen, nachdem wir den Brief erhalten haben, ging ich in den Wald neben Winterfell um zu Jagen. Dort erkannte Ich, dass Locke es auf mich abgesehen hatte. Er wollte mich töten – vielleicht als Rache, dass Vater ihn überlebt hat, vielleicht einfach nur, weil er ein Monster war. Er versuchte mich aus dem Hinterhalt anzugreifen. Ich kämpfte gegen ihn und tötete ihn schlussendlich. Es war ein Kampf auf Leben und Tod, und ich schwöre, ich habe ihn nur überstanden, weil ich mich erinnerte, was er meinem Vater angetan hatte.“

Jaime und ich seufzten fast gleichzeitig, bevor ich weitersprach.

„Aber das war nicht das Ende der Geschichte,“ begann ich. „Nach Lockes Tod fiel ich Ramsay Bolton auf den Iron Islands in die Hände. Ich hatte zuvor Marlis aus ihrer Gefangenschaft auf Pyke gerettet. Mutter befand sich während dieser Zeit auch dort, um mit Euron Greyjoy und Ramsay Bündnisse zu schließen. Wichtig zu erwähnen ist übrigens, dass Roose Bolton mich einige Zeit zuvor gefangen nahm. Bei meiner Befreiung aus Dreadfort, tötete Vater ihn. Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.“

Meine Stimme wurde leiser, als ich weitersprach. „Ramsay folterte mich. Es war ein Albtraum, aus dem ich nicht entkommen konnte. Schließlich...“ Ich hielt meine goldene Hand hoch. „Er schnitt mir die rechte Hand ab. Es war seine Rache an uns beiden – an Vater und an mir.“

Paul stand still da, seine Hände zu Fäusten geballt, und sein Gesicht war eine Mischung aus Wut und Entsetzen. „Dieser Bastard,“ zischte er schließlich. „Ramsay Bolton... lebt er noch?“

Ich nickte langsam. „Ja, er lebt. Und ich hoffe, dass er irgendwann dafür bezahlen wird.“

Paul schlug mit der Faust in die offene Hand. „Nicht irgendwann, Lukas. Ich werde ihn finden. Und ich werde ihm zeigen, was passiert, wenn er sich mit meiner Familie anlegt. Ich schwöre es euch – Ramsay wird für all das bluten.“

Jaime legte Paul eine Hand auf die Schulter und sprach mit ruhiger Stimme: „Es ist gut, dass du an unserer Seite bist, Paul. Aber unterschätze Ramsay nicht. Er ist nicht nur ein Bastard, sondern auch ein gefährlicher Gegner.“

Paul nickte grimmig. „Das ist mir egal. Niemand kommt ungestraft davon, so etwas zu tun. Wäre ich nur da gewesen… Ich hätte ihn sofort getötet.“ Vater und ich legten jeweils einen Arm um ihn und lächelten ihn leicht an und sagten ihm, dass wir noch unsere Rache bekommen werden.

4

Die Reden

Schauplatz: Casterly Rock · Lukas Lannister, Jaime Lannister, Tyrion Lannister, Sansa Stark, Brienne von Tarth, Bronn, Paul Lannister, Marlis of the Blackwater, Bran Stark, Podrick Payne, Theon Greyjoy

Sansa nähert sich uns mit einem sanften, aber bestimmenden Lächeln. "Es ist Zeit für die Reden", sagt sie. Ein leises Raunen geht durch die Menge, und alle Blicke richten sich auf mich. Die Spannung in meinem Gesicht ist wohl nicht zu übersehen, denn Jaime legt mir kurz seine Hand auf die Schulter, und Marlis drückt meine Hand leicht, um mir Mut zu machen. Trotzdem kann ich spüren, wie ich etwas nervöser werde – vor allem, weil ich nicht genau weiß, wer alles etwas sagen wird.

Tyrion und Jaime sorgen mit ihrer Präsenz schnell für Ruhe im Saal. Jaime klopft mit einem Weinglas leicht gegen den Tisch, was das Klingen der Gläser um ihn herum zum Verstummen bringt. Dann tritt Sansa einen Schritt nach vorne, elegant wie immer, und verkündet mit ihrer klaren, melodischen Stimme:

"Meine Damen und Herren, liebe Freunde und Familie, es ist nun an der Zeit, ein paar Worte zu Ehren dieses wundervollen Paares zu hören. Lasst uns gemeinsam die ersten Redner willkommen heißen: die Eltern der Braut."

Ein Applaus brandet auf, als Marlis' Eltern aufstehen. Sie strahlen Wärme und Stolz aus, während sie zu sprechen beginnen. Ihr Vater übernimmt den Anfang, gefolgt von der Mutter, und ihre Worte sind voller Liebe, Erinnerungen und guter Wünsche für die Zukunft. Sie erzählen von Momenten aus Marlis' Kindheit, ihren Träumen und davon, wie glücklich sie sind, dass sie jemanden wie mich gefunden hat. Marlis schluchzt leise und wischt sich Tränen der Rührung aus den Augen. Auch ich bin tief bewegt und kann nicht anders, als Marlis’ Hand fester zu drücken. Ihre Eltern schließen ihre Rede mit einem feierlichen Toast ab, und der Saal stimmt ein.

Kurz darauf erhebt sich Tyrion mit einem verschmitzten Lächeln, das schon allein die Aufmerksamkeit der Menge auf sich zieht. Er hebt sein Weinglas, lässt sich Zeit, die Spannung aufzubauen, und beginnt:

"Nun, ich habe gelernt, dass die besten Reden diejenigen sind, die kurz, pointiert und vorzugsweise unter starkem Weineinfluss geschrieben wurden. Da ich allerdings meinen eigenen Ratschlag selten befolge, entschuldige ich mich schon jetzt für die Länge meiner Worte – doch nicht für ihren Inhalt."

Ein Lachen geht durch die Menge, und Tyrion grinst, bevor er fortfährt.

"Ich habe meinen Neffen Lukas sein Leben lang begleitet – oder, besser gesagt, ihn oft genug beobachtet, wie er sich durch dieses Leben schlägt. Und ich muss sagen: Es war nie langweilig. Lukas hat ein Talent dafür, Herausforderungen zu finden, oder, wie Jaime es formulieren würde, Herausforderungen finden ihn."

Ein weiteres Lachen erfüllt den Saal, und Tyrion zwinkert in meine Richtung.

"Doch wenn es um Marlis geht, ist etwas anders. Ich sehe in meinem Neffen nicht mehr nur den jungen Mann, der ständig versucht, seinem Vater zu beweisen, dass er mehr kann, als er glaubt. Ich sehe jemanden, der bereit ist, alles zu geben, um eine Frau wie Marlis glücklich zu machen. Und das, meine Damen und Herren, ist ein Wunder, das die Aufmerksamkeit verdient, die wir ihm heute schenken."

Er macht eine kurze Pause, nimmt einen Schluck Wein und setzt mit weicherer Stimme fort:

"Lukas, Marlis, was ihr hier habt, ist selten. Es ist ein Band, das stärker ist als das Schwert, fester als jede Kette und – wenn ihr mich fragt – weitaus schwerer zu lösen als jeder politische Knoten, den ich jemals gesehen habe. Bewahrt das. Näht es ein in eure Herzen, und lasst es niemals los."

Dann wendet er sich direkt an mich und lächelt breit:

"Und Lukas, wenn du jemals in Versuchung geraten solltest, einen Fehler zu machen, denke daran: Dein Onkel Tyrion ist nur einen Brief entfernt, bereit mit Rat, Tat und – falls nötig – Wein zur Stelle zu sein."

Das Lachen im Saal wird lauter, und ich kann nicht anders, als zu schmunzeln. Marlis strahlt vor Freude, während sie sich an meinen Arm lehnt.

Tyrion schließt seine Rede mit einem feierlichen Ton:

"Auf Lukas und Marlis. Möge ihr gemeinsames Leben so erfüllt sein wie dieser Becher Wein – und hoffentlich genauso wenig verschüttet werden."

Die Menge jubelt, Applaus bricht aus, und Marlis und ich stehen auf, um Tyrion zu umarmen. Ihre Augen glänzen vor Emotionen, während ich ihn ansehe und ein leises "Danke" murmle. Dann stoßen wir alle gemeinsam an, und das Klirren der Gläser hallt durch den Saal.

Als sich alle wieder setzen, erhebt sich mein Vater Jaime überraschend. Für einen Moment halte ich inne, meine Augen auf ihn gerichtet. Schreiben war nie seine Stärke, und doch scheint er eine Rede vorbereitet zu haben. Er lächelt mich kurz an, bevor er sich mit einer ruhigen, aber tief bewegten Stimme an Marlis wendet.

"Zunächst möchte ich mich an die Frau wenden, die meinen Sohn vollständig gemacht hat."

Er hält einen Moment inne, sein Blick bleibt auf Marlis gerichtet, während er fortfährt:

"Marlis, als ich dich das erste Mal gesehen habe, wusste ich, dass du etwas Besonderes bist. Es war nicht nur die Wärme deines Lächelns oder deine strahlenden Augen, sondern die Art, wie du mit meinem Sohn gesprochen hast – wie jemand, der ihn wirklich sieht. Du bist klug, stark und voller Güte. Du bist das Licht, das ihm in einer Welt, die oft so düster war, Hoffnung und Liebe schenkt."

Marlis schluckt schwer, ihre Augen füllen sich mit Tränen, während Jaime weiterspricht:

"Ich habe lange gebraucht, um mein eigenes Leben zu verstehen, um meinen Platz darin zu finden. Doch eines wusste ich sofort: Lukas verdient jemanden, der ihn wirklich liebt, der ihm zeigt, dass er genug ist, genauso wie er ist. Und genau das bist du für ihn. Dafür werde ich dir für immer dankbar sein."

Marlis steht auf, ihre Tränen fließen unaufhaltsam, und sie eilt zu Jaime. Sie umarmt ihn fest, ihre Schluchzer leise, während er sanft eine Hand auf ihren Rücken legt. Der gesamte Raum ist ergriffen; leises Schniefen ist zu hören, und ich spüre, wie mein Herz schwer wird vor Rührung.

Als Marlis schließlich zurückkehrt, immer noch unter Tränen, aber lächelnd, richtet sich Jaime wieder auf, sieht mich an und dann die Menge.

"Und mein Sohn ..." Seine Stimme ist warm, aber fest.

"Zuerst möchte ich sagen, dass es mir leidtut, dass deine Mutter heute nicht hier ist. Ich weiß nicht, ob du sie überhaupt hier haben wollen würdest, aber ein Sohn sollte an einem Tag wie diesem zumindest die Möglichkeit haben, beide Eltern bei sich zu wissen."

Für einen Moment schweifen meine Gedanken zu meiner Mutter. Erinnerungen an die Komplexität unserer Beziehung, an ihren Stolz und ihre Dunkelheit, durchziehen mich. Ein bittersüßes Gefühl bleibt zurück, und doch verspüre ich Erleichterung, dass Jaime heute hier ist.

"Das bedeutet, dass du dich wohl oder übel mit mir begnügen musst", fügt er mit einem leichten Lächeln hinzu. Der Raum bricht in leises Lachen aus, und ich kann nicht anders, als gerührt zu schmunzeln.

Dann wird seine Stimme tiefer, und er sieht mich direkt an.

"Lukas, es tut mir leid. Es tut mir leid, dass ich so lange gebraucht habe, um wirklich dein Vater zu sein. Als wir aus King’s Landing geflohen sind, hatte ich mehr Angst, als ich es jemals zugegeben habe – Angst davor, wie du reagieren würdest, wenn du erfährst, wer ich wirklich bin. Als ich dir gesagt habe, dass ich dein Vater bin, hat mein Herz fast aufgehört zu schlagen, weil ich nicht wusste, ob du mich jemals akzeptieren könntest. Aber du hast es getan, Lukas. Du hast mir mehr verziehen, als ich verdient habe."

Jaimes Stimme zittert leicht, als er weiterspricht.

"Ich erinnere mich an den Moment, als du Locke getötet hast und blutend auf mich zukamst… du hast mich gerächt. Du warst so entschlossen, so furchtlos – und doch konnte ich nur an die Last denken, die dieser Akt für dich bedeuten konnte. Und dann, als Ramsay dich gefangen nahm …"

Seine Stimme bricht für einen Moment, bevor er tief durchatmet und fortfährt.

"Es war die schlimmste Qual meines Lebens, Lukas. Daran zu denken, wie du leiden zu musst und nichts tun zu können, hat mir fast das Herz gebrochen. Ich hatte solche Angst, dass ich dich verlieren würde. Aber noch mehr Angst hatte ich, dass sie dich zu deiner Mutter zurückbringen, dass du dich für sie entscheiden würdest – gegen mich. Es wäre dein gutes Recht gewesen, doch ich hätte es nicht ertragen."

Seine Augen glänzen, während er sich an mich wendet.

"Und dann bist du zurückgekommen. Als ich dich sah, war ich so glücklich, dass ich kaum atmen konnte. Aber dann, als ich erkannte, dass sie dir die rechte Hand genommen hatten …" Seine Stimme wird leiser, und ich sehe, wie er tief mit den Emotionen ringt. "Ich habe mich wie der größte Versager gefühlt. Ich hatte versprochen, dich zu schützen, und ich hatte versagt. Es war der pure Horror."

Jaime macht eine Pause, bevor er fester weiterspricht:

"Aber du, Lukas, du bist stärker, als ich es jemals sein könnte. Du bist mutig, stark und loyal – und vielleicht ein bisschen stur, aber das hast du wohl von mir. Ein leises Lachen geht durch die Menge, bevor er fortfährt.

Du hast alles überlebt, was man dir angetan hat, und du stehst heute hier. Du hast mich gerettet – nicht nur körperlich, sondern auch seelisch, du gibst mir jeden einzelnen Tag, jeden Moment einen Grund für den es sich zu leben lohnt. Und ich werde nie aufhören, dir dafür dankbar zu sein. Du bist nicht nur mein Sohn – du bist der beste Mann, den ich kenne.“

Ich spüre, wie sich meine Kehle zuschnürt, während er spricht. Bilder von unseren gemeinsamen Erlebnissen blitzen vor meinem inneren Auge auf – von den Schlachten, den langen Nächten am Feuer, und von all den Momenten, in denen er mir gezeigt hat, dass er wirklich mein Vater ist. „Und ich verspreche dir hier und jetzt: Von diesem Tag an werde ich alles tun, um der Vater zu sein, den du verdient hast. Ich werde hinter dir stehen, dich unterstützen, dich beschützen, bis zum Ende meiner Tage, bis zu meinem letzten Atemzug und darüber hinaus…"

Seine Stimme zittert leicht bei diesen letzten Worten, und ich sehe, wie Tränen über seine Wangen laufen. Der gesamte Raum ist tief ergriffen. Marlis hält sich die Hand vor den Mund, Tyrion wischt sich mit einem Tuch über die Augen, und Paul schaut schweigend zu Boden, Tränen in seinen Augen.

Ich kann nicht länger sitzen bleiben. Mit Tränen, die meine Sicht verschwimmen lassen, stehe ich auf, gehe zu Vater und umarme ihn fest. Meine Arme schlingen sich um ihn, und ich drücke ihn so fest an mich, dass es fast schmerzt.

"Danke…", flüstere ich ihm mit gebrochener Stimme ins Ohr. "Du hast nie versagt. Du warst immer für mich da. Und ich liebe dich, Vater."

Jaime schließt seine Arme noch fester um mich und legt seine Hand an meinen Hinterkopf, und für einen Moment gibt es nur uns, Vater und Sohn in diesem Raum voller Menschen.

Nachdem ich Vater fest umarmt habe, lasse ich ihn langsam los und sehe ihn an. Unsere Augen treffen sich, und für einen Moment ist alles andere im Raum vergessen. Er lächelt mich an, ein Lächeln, das von Erleichterung, Stolz und tiefer Liebe zeugt. Ich kann nicht anders, als zurückzulächeln, obwohl mir die Tränen noch über die Wangen laufen.

Langsam kehren wir beide zu unseren Plätzen zurück. Jaime legt mir kurz die Hand auf die Schulter, bevor er sich setzt. Der Raum ist still, und die emotionale Schwere seines Geständnisses liegt noch immer in der Luft. Doch die Stimmung ist nicht bedrückend – sie ist voller Wärme, voller Liebe.

Ich spüre Marlis’ Hand, die sich sanft auf meine legt. Als ich zu ihr blicke, sehe ich, dass sie Tränen in den Augen hat, aber sie lächelt. Sie drückt meine Hand leicht, als wollte sie mir sagen: Alles wird gut.

Jetzt ist sie an der Reihe. Langsam erhebt sich Marlis, ihr Blick wandert über die versammelten Gäste, bevor er sich auf mich richtet. Sie holt tief Luft, und für einen Moment sieht es so aus, als würde sie nach den richtigen Worten suchen. Dann beginnt sie zu sprechen, ihre Stimme zittert leicht, ist aber warm und fest.

"Als ich dich das erste Mal gesehen habe, Lukas, war ich nervös. Nicht, weil du irgendetwas Furchteinflößendes an dir hattest – im Gegenteil. Du hast mich so angesehen, als hättest du mich wirklich gesehen, und das hat mich in einer Weise verunsichert, die ich nicht erwartet hatte. Du warst charmant, witzig und hattest diesen kleinen Funken in deinen Augen, der mich sofort neugierig gemacht hat. Aber es war nicht nur das. Du hast mir das Gefühl gegeben, dass ich ich selbst sein konnte – ohne Maske, ohne Fassade."

Sie lächelt sanft, und ich merke, wie sich meine Brust vor Stolz und Zuneigung hebt.

"Unsere Beziehung war von Anfang an besonders. Ich erinnere mich, wie wir in der ersten Woche bis spät in die Nacht geredet haben – über alles und nichts. Du hast mir Dinge anvertraut, die dir schwerfielen, und ich habe mich geehrt gefühlt, dass du mir dein Herz geöffnet hast. Es war in diesen Momenten, dass ich wusste: Du bist anders. Du bist ehrlich, verletzlich und doch so stark. Du bist jemand, der nicht aufgibt, egal wie schwer es wird."

Ihre Stimme wird leiser, fast flüsternd, und ihre Augen füllen sich mit Tränen.

"Ich habe dich in deinen dunkelsten Momenten gesehen, Lukas. Ich habe gesehen, wie du mit deinen Dämonen gekämpft hast, wie du dich manchmal selbst infrage gestellt hast. Und jedes Mal, wenn du gefallen bist, bist du wieder aufgestanden. Du hast mir gezeigt, was es bedeutet, mutig zu sein. Und weißt du, was mich am meisten beeindruckt hat? Dass du immer noch die Fähigkeit hast, zu lieben, trotz allem, was du durchgemacht hast."

Ich schlucke schwer, ihre Worte treffen mich tief. Meine Hände sind schwitzig, und mein Herz klopft schneller.

"Du bist der Mann, der sich selbst verloren geglaubt hat, nur um sich wiederzufinden. Der Mann, der trotz aller Verletzungen, trotz aller Narben, die er trägt, noch immer Wärme und Liebe ausstrahlt. Du bist der Mann, den ich mehr liebe, als ich es jemals in Worte fassen könnte."

Marlis macht eine kurze Pause, ihre Augen ruhen weiterhin auf mir, bevor sie die anderen Gäste ansieht.

"Ich weiß, dass ich heute vor Familie und Freunden spreche, aber ich möchte, dass ihr alle versteht, was für ein Mensch Lukas wirklich ist. Er ist nicht nur mein Ehemann – er ist mein Held. Er ist derjenige, der mich in meinen schlimmsten Momenten gehalten hat, der meine Hand genommen und mir gezeigt hat, dass ich nie allein bin. Und er ist derjenige, der mich jeden Tag dazu inspiriert, die beste Version von mir selbst zu sein."

Ihre Stimme bricht leicht, und sie hebt die Hand, um eine Träne wegzuwischen. Ich spüre, wie mir selbst wieder Tränen in die Augen steigen.

"Lukas, ich liebe dich mit allem, was ich bin. Ich liebe dich für deine Stärke, für deine Schwächen, für deine Fehler und für deine Erfolge. Ich liebe dich für den Mann, der du warst, der du bist und der du noch sein wirst. Und ich verspreche dir hier, vor allen, dass ich immer an deiner Seite sein werde. In guten wie in schlechten Zeiten, in Freude und in Schmerz. Ich werde immer für dich kämpfen, so wie du es für mich getan hast."

Dann blickt sie mich wieder direkt an, und ihre Augen leuchten vor Liebe.

"Du hast mir gezeigt, was wahre Liebe bedeutet, Lukas. Und dafür danke ich dir. Heute ist nicht nur der Beginn unseres Lebens als Ehemann und Ehefrau – es ist der Beginn eines neuen Kapitels, das wir gemeinsam schreiben werden. Und ich weiß, dass es das schönste Kapitel meines Lebens sein wird."

Ihre Stimme klingt voller Überzeugung, voller Liebe. Der Raum ist so still, dass man eine Nadel fallen hören könnte. Alle Augen sind auf uns gerichtet, und ich fühle mich, als gäbe es in diesem Moment nur uns beide.

Als sie ihre Rede beendet, sehe ich, wie Marlis tief durchatmet. Dann wendet sie sich zu mir, und ohne nachzudenken, stehe ich auf. Ich gehe auf sie zu, nehme ihre Hand in meine und ziehe sie sanft in meine Arme. Wir umarmen uns fest, und ich flüstere ihr ins Ohr:

"Ich liebe dich, Marlis. Danke, dass du mich liebst."

Wir lösen uns langsam voneinander, lächeln uns an, und ich weiß, dass ich den Rest meines Lebens mit dieser unglaublichen Frau an meiner Seite verbringen möchte. Gemeinsam kehren wir an unsere Plätze zurück, Hand in Hand, und setzen uns. Der Raum ist erfüllt von Applaus und glücklichen Gesichtern, doch für mich zählt in diesem Moment nur eins: Marlis.

Am Tisch wird es plötzlich still, und ich spüre, wie alle Augen auf mich gerichtet sind. Mein Herz schlägt schneller, meine Hände zittern leicht, und ich atme tief durch, bevor ich mich schließlich erhebe. Nervös blicke ich in die Runde, mein Blick bleibt kurz bei Marlis hängen, die mir ein aufmunterndes Lächeln schenkt.

"Ich... ich bin ehrlich gesagt ziemlich nervös," beginne ich, meine Stimme zittert leicht, doch ich zwinge mich, weiterzusprechen. "Als ich darüber nachgedacht habe, was ich sagen soll, hatte ich zuerst keine Ahnung. Wie fängt man an, sich bei den Menschen zu bedanken, die einem alles bedeuten? Die Liste ist so lang, und ich habe das Gefühl, dass keine Worte ausreichen."

Ein leises Lachen geht durch die Runde, und ich spüre, wie sich meine Anspannung ein wenig löst.

"Ich möchte anfangen, indem ich mich bei einigen besonderen Menschen bedanke – bei Menschen, ohne die ich heute nicht hier stehen würde."

Mein Blick wandert durch den Raum, und ich beginne, die Namen auszusprechen, die mir so viel bedeuten:

"Brienne... Podrick... Bronn... Arya... Bran... und Theon," sage ich langsam und lasse jeden Namen wirken. "Ihr wart immer an meiner Seite, selbst in den dunkelsten Zeiten. Ihr habt mich ermutigt, weiterzumachen, als ich dachte, ich könnte nicht mehr. Ihr wart meine Freunde, meine Familie, und dafür danke ich euch von ganzem Herzen."

Ich sehe, wie Brienne nickt, Podrick leicht rot wird und die anderen mich mit stolzen, gerührten Blicken ansehen.

Dann richte ich meinen Blick auf Sansa, und ein warmes Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht aus. "Sansa," beginne ich, und meine Stimme wird weicher. "Du bist meine beste Freundin. Du warst immer da, wenn ich jemanden brauchte – mit deinem Rat, deiner Stärke und deiner bedingungslosen Liebe. Du hast mich durch so viele schwierige Momente getragen, und oft hast du das, was du selbst gebraucht hättest, hintenangestellt, um für mich da zu sein."

Sansa sieht mich an, ihre Augen glänzen vor Tränen, und ich spüre, wie meine eigene Stimme bricht. "Ich wüsste nicht, was ich ohne dich getan hätte, Sansa. Du bist ein so wichtiger Teil meines Lebens, und ich hoffe, dass ich dir das eines Tages genauso zurückgeben kann."

Sansa ist sichtlich gerührt, und ein warmes Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus. Sie bläst mir einen Luftkuss zu und strahlt mich an, als wollte sie sagen, dass sie immer an meiner Seite sein wird.

Ich lasse den Moment kurz wirken, bevor ich meinen Blick zu Paul wende.

"Paul," sage ich langsam, und ich sehe, wie er überrascht aufblickt. "Auch wenn du nicht immer in meiner Nähe bist und manchmal versuchst, Gesprächen auszuweichen, die zu gefühlvoll werden, bist du trotzdem einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Du bist nicht nur mein Cousin – du bist einer meiner besten Freunde. Und in den Momenten, in denen es darauf ankommt, warst du immer für mich da, ohne zu zögern."

Paul schluckt und sieht zu Boden, seine Augen werden glasig, während ich weiterspreche. "Es mag sein, dass wir uns manchmal streiten oder missverstehen, aber am Ende des Tages weiß ich, dass ich mich immer auf dich verlassen kann. Und das bedeutet mir mehr, als ich sagen kann. Danke, dass du in meinem Leben bist."

Paul hebt den Kopf, Tränen rollen über seine Wangen, und er nickt leicht. Er wischt sich die Augen und sieht mich mit einem dankbaren, warmen Blick an.

Schließlich wende ich mich Tyrion zu, und mein Lächeln wird breiter. "Onkel Tyrion," beginne ich, und ich höre, wie er leise lacht. "Du bist... nun, du bist einzigartig. Mit deinem Humor, deinem Witz und deiner schier endlosen Weisheit hast du nicht nur mein Leben leichter gemacht, sondern mir auch geholfen, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Du hast immer einen Weg gefunden, mich zum Lachen zu bringen, selbst in den Momenten, in denen ich dachte, es gäbe nichts zu lachen."

Tyrion hebt sein Weinglas und zwinkert mir zu, aber ich sehe, wie auch er gerührt ist.

"Du hast dich immer um mich gekümmert, auch wenn ich es nicht erwartet habe. Du warst ein Anker für mich, und deine Stärke hat mir oft die Kraft gegeben, weiterzumachen. Ich weiß, dass ich dir nie genug danken kann, aber ich hoffe, du weißt, wie viel du mir bedeutest. Danke, Onkel Tyrion. Für alles."

Tyrion lächelt breit, doch ich sehe, wie seine Lippen leicht zittern. Er steht auf, hebt sein Glas und sagt mit einem Lächeln: "Für meinen Lieblingsneffen. Du machst es einem leicht, stolz auf dich zu sein."

Der Raum erfüllt sich mit leichten Lachern und Applaus, und ich spüre, wie mein Herz vor Dankbarkeit überläuft.

Danach nehme ich einen tiefen Atemzug und sehe in die Runde. Mein Blick bleibt an meinem Vater hängen, und ich merke, wie mir die Worte schwer auf der Zunge liegen. Ich muss mich kurz sammeln, die Emotionen drohen, mich zu überwältigen. Schließlich beginne ich mit zitternder Stimme:

"Viele Menschen kennen meinen Vater nur aus den Geschichten des 'Mad Kings' – sie kennen ihn nur als den Mann, der Aerys Targaryen getötet hat, oder als den Mann, der... meine Mutter geliebt hat." Ich halte inne, um den Kloß in meinem Hals herunterzuschlucken, und sehe, wie einige Gäste betreten zu Boden schauen.

"Sie verachten ihn dafür. Sie verurteilen ihn für eine Entscheidung, die sie nie verstehen könnten, weil sie nie in seiner Lage waren. Aber was die meisten vergessen – oder nicht wissen – ist, dass mein Vater an jenem Tag, als er Aerys getötet hat, eine Wahl treffen musste. Eine Wahl, die niemand von uns leichtfertig hätte treffen können. Aerys wollte King's Landing in Flammen aufgehen lassen. Er wollte Männer, Frauen und Kinder bei lebendigem Leib verbrennen, aus reiner Paranoia und Wahn. Und mein Vater... mein Vater hat sich entschieden, alle zu retten. Er hat eine Last auf sich genommen, die ihn für den Rest seines Lebens verfolgen wird. Und ich weiß, dass ich genauso gehandelt hätte."

Meine Stimme wird fester, und ich blicke meinem Vater direkt in die Augen. "Manche Menschen nennen dich 'Kingslayer', Vater, aber für mich bist du ein Held. Du hast tausende Leben gerettet, auch wenn es dich deinen Ruf und deine Ehre gekostet hat. Und das erfordert mehr Mut, als die meisten jemals begreifen werden."

Ich sehe, wie sich seine Augen mit Tränen füllen, doch er bleibt still, sein Blick fest auf mich gerichtet.

"Und was meine Mutter betrifft..." Ich nehme erneut einen tiefen Atemzug und sehe kurz zu Sansa, die mich ermutigend anlächelt. "Ich verstehe dich, Vater. Ich verstehe, dass man sich nicht aussuchen kann, wen man liebt. Gefühle lassen sich nicht kontrollieren, egal wie sehr man es versucht. Und ich werde mich nicht schämen, das auszusprechen, auch wenn die Leute darüber lachen oder mich verurteilen, mich als Bastard beschimpfen. Du hast deine Liebe zu ihr nie aufgegeben, und dafür bewundere ich dich. Denn es erfordert Stärke, zu seinen Gefühlen zu stehen, selbst wenn die Welt sich gegen einen wendet."

Ich merke, wie meine Stimme wieder zu zittern beginnt, doch ich lasse mich nicht bremsen. "Du warst nie perfekt, Vater. Niemand ist das. Aber du hast immer versucht, das Richtige zu tun – für mich, für uns. Und dafür werde ich immer an deiner Seite stehen. Egal, was kommt. Egal, was andere sagen."

Während ich spreche, sehe ich zu Vater. Jaime sitzt da, seine Hände ruhen unruhig auf dem Tisch. Er fühlt, wie sein Herz schwer wird, voller Stolz, aber auch Schmerz. Er denkt zurück an die Momente, in denen er gezweifelt hat, ob er ein guter Vater sein könnte, ob er jemals als Vater akzeptiert werden würde. Als ich von Aerys spreche, spürt er die Last der Vergangenheit in seinen Schultern, doch gleichzeitig gibt ihm meine Rede etwas, was er lange nicht gefühlt hat: Vergebung.

Ich setze erneut an, meine Stimme bricht fast: "Du bist der Mann, der mich gerettet hat, als ich verloren war. Der Mann, der mich verstanden hat, als ich selbst nicht wusste, wer ich bin. Und der Mann, der mich immer wieder aufgerichtet hat, wenn ich gefallen bin. Du bist mein Vater. Und ich liebe dich."

Ich sehe, wie Jaime nicht mehr in der Lage ist, seine Tränen zurückzuhalten. Tyrion steht auf und legt eine Hand auf seine Schulter, bevor er ihn fest umarmt. Jaime schließt die Augen, lässt die Emotionen endlich frei, und ich weiß, dass er von meinen Worten zutiefst getroffen ist.

Tyrion flüstert ihm etwas ins Ohr, das nur die beiden hören können, und Jaime nickt, bevor er sich von seinem Stuhl erhebt. Mit schweren, aber entschlossenen Schritten kommt er auf mich zu, umarmt mich fest und hält mich so, als würde er mich nie wieder loslassen wollen. "Du hast keine Ahnung, wie viel das für mich bedeutet," flüstert er, und ich spüre, wie seine Stimme bebt.

Nach diesem Moment der Umarmung lässt er mich los, nur um mir ein warmes, stolzes Lächeln zu schenken. "Du bist mehr, als ich jemals zu hoffen gewagt habe," sagt er mit leiser Stimme, bevor er zurücktritt, um den Moment wirken zu lassen.

Jaime steht noch immer vor mir, sichtlich überwältigt von seinen Gefühlen. Er wischt sich mit einer Hand über die Augen, aber die Tränen scheinen nicht aufzuhören. Sein Blick sucht meinen, und ich sehe darin so vieles: Dankbarkeit, Stolz, Liebe – und eine Spur von Schuld, die immer noch tief in ihm sitzt.

Er öffnet den Mund, als wolle er etwas sagen, doch es scheint, als würde ihm die Stimme versagen. Stattdessen legt er seine Hand auf meine Schulter, sein Griff fest, aber sanft zugleich. "Lukas... ich..." Er hält inne, kämpft um seine Fassung. "Ich weiß nicht, ob ich jemals die richtigen Worte finden werde, um dir zu sagen, was das für mich bedeutet. Aber..." Er macht eine kurze Pause, atmet tief ein, "...du hast mir heute etwas geschenkt, was ich nie erwartet hätte: Vergebung. Stolz. Und das Gefühl, ein guter Vater zu sein."

Ich spüre, wie meine eigene Kehle eng wird, doch ich halte seinen Blick. "Du warst immer ein guter Vater," sage ich leise, aber bestimmt, und ich sehe, wie diese Worte ihn erneut treffen, wie ein Sturm, der über ihn hinwegzieht und gleichzeitig eine neue Ruhe hinterlässt.

Tyrion, der noch immer an Jaimes Seite steht, legt ihm erneut eine Hand auf den Rücken. "Na, Bruder, wenn du jetzt anfängst, vor allen hier zusammenzubrechen, wird das schwer wieder gutzumachen sein," sagt er mit einem leichten Lächeln, das die Spannung ein wenig löst. Jaime schnaubt durch die Nase, ein schwacher Versuch, zu lachen, und nickt Tyrion zu, bevor er mich erneut ansieht.

"Ich bin so stolz auf dich, Lukas. Nicht nur heute, sondern jeden Tag, an dem ich sehe, was für ein Mann aus dir geworden ist. Du bist besser, als ich es jemals war – und das ist alles, was ich mir je wünschen konnte."

Er zieht mich noch einmal in eine Umarmung, fester diesmal, so als würde er versuchen, all seine Gefühle in diesen Moment zu legen. Sein Kinn ruht kurz auf meiner Schulter, und ich spüre, wie er tief durchatmet, bevor er sich langsam löst.

Als er zurücktritt, steht er da, unsicher, was er noch sagen soll, und schließlich nickt er einfach. Ein Nicken, das mehr ausdrückt, als Worte es könnten. Er geht zurück zu seinem Platz, seine Bewegungen langsam, als müsse er sich von der emotionalen Last erholen, die gerade auf ihm lag.

Die Stille, die in der Halle geherrscht hat, beginnt sich zu lockern, und einige Gäste murmeln leise. Ich lasse mich wieder auf meinen Stuhl sinken und merke, dass meine Hände immer noch zittern, doch in mir ist eine seltsame Ruhe. Jaime setzt sich neben Tyrion, der ihn mit einem humorvollen, aber verständnisvollen Blick ansieht. Jaime lächelt schwach und schüttelt den Kopf. "Dieser Junge... bringt mich noch um," murmelt er, mehr zu sich selbst als zu irgendjemand anderem, aber die Wärme in seiner Stimme ist nicht zu überhören.

Ich spüre, wie sich mein Herz vor Stolz und Liebe füllt, und als ich kurz aufsehe, treffen sich unsere Blicke erneut. Jaime lächelt – ein echtes, aufrichtiges Lächeln, das so selten ist, dass es mir beinahe den Atem raubt. Ich weiß, dass wir gerade etwas verändert haben. Etwas, das für immer bleiben wird.

Ich atme tief ein, mein Blick wandert zu Marlis, die mich mit großen, warmen Augen ansieht. Sie lächelt leicht, aber ich kann erkennen, dass sie die gleiche Mischung aus Spannung und Emotion fühlt wie ich. Mein Herz schlägt schneller, und für einen Moment bin ich unsicher, wo ich überhaupt anfangen soll. Doch als ich in ihre Augen sehe, finde ich die Worte.

„Marlis,“ beginne ich, meine Stimme zittert leicht, doch ich halte den Blickkontakt. „Es gibt so viele Dinge, die ich dir sagen möchte. Dinge, die ich oft nicht in Worte fassen kann, weil sie so tief in mir verankert sind. Aber heute, vor all diesen Menschen, möchte ich versuchen, es auszudrücken.“

Ich halte inne, lasse meinen Blick kurz über den Tisch gleiten. Jaime sieht mich aufmunternd an, Tyrion nippt an seinem Becher, aber ich sehe, dass er aufmerksam zuhört, und Sansa lächelt mir ermutigend zu. Dann richte ich mich wieder an Marlis.

„Als wir uns das erste Mal begegneten, wusste ich nicht, was ich von dir halten sollte. Du warst so stark, so unabhängig, und ich fühlte mich... klein neben dir. Aber dann hast du mir gezeigt, dass Stärke nicht bedeutet, allein zu sein. Du hast mich gelehrt, dass es Stärke ist, sich jemandem zu öffnen, sich auf jemanden zu verlassen.“

Ich mache eine kurze Pause, mein Blick wird intensiver. „Als du von den Iron Islands entführt wurdest, dachte ich, ich würde dich nie wiedersehen. Der Gedanke daran, dass du in den Händen von Menschen warst, die dir Leid zufügen könnten, ... es hat mich zerrissen. Ich erinnere mich, wie ich dort stand, das Schwert in der Hand, das Blut an meiner Kleidung, und ich sah dich. Dein Blick, als du mich erkannt hast – das war der Moment, in dem ich wusste, dass ich dich nie wieder loslassen würde. In diesem Moment habe ich begriffen, dass du alles für mich bist.“

Marlis' Augen glänzen, und ich sehe, wie sie sich eine Träne aus dem Gesicht wischt. Ich nehme einen weiteren Atemzug, um die Kontrolle über meine Stimme zu behalten.

„Dann... Ramsay.“ Ich spüre, wie mein Hals eng wird, und ich sehe, wie sich der Ausdruck auf Marlis' Gesicht verändert. Sie weiß, was jetzt kommt. „Als er mir die Hand nahm, dachte ich, mein Leben wäre vorbei. Nicht nur, weil ich einen Teil von mir verloren habe, sondern weil ich glaubte, dass ich dir nicht mehr genug sein könnte. Dass ich dich enttäuschen würde. Doch weißt du, was mir in diesen dunklen Momenten Kraft gegeben hat?“

Ich lehne mich leicht vor, meine Stimme wird fester. „Dein Gesicht. Dein Lächeln. Der Gedanke, dass ich dich wiedersehen könnte. Dass ich für dich kämpfen könnte. Und als ich schließlich zu dir zurückkehrte und du mich so angesehen hast – ohne Mitleid, ohne Zweifel, sondern nur mit Liebe – das war der Moment, in dem ich wusste, dass ich immer genug für dich sein würde, so wie du immer genug für mich bist.“

Die Tränen laufen ihr jetzt frei über die Wangen, und ich sehe, wie sie eine Hand auf ihr Herz legt. Der Raum ist still, die Luft ist voller Emotionen. Ich sehe zu den anderen am Tisch: Jaime hat den Kopf leicht gesenkt, aber ich sehe, wie er blinzelt, als wollte er seine eigenen Tränen zurückhalten. Tyrion nippt an seinem Becher, seine Augen verraten jedoch, dass er tief bewegt ist. Sansa hat eine Hand auf ihrem Mund, während Paul – der sonst so zurückhaltend ist – sichtbar schluckt und auf seinen Teller starrt.

Ich richte meinen Blick wieder auf Marlis. „Marlis, du bist die stärkste, mutigste und liebevollste Person, die ich je gekannt habe. Du hast mir gezeigt, was es bedeutet, wirklich zu lieben und geliebt zu werden. Und ich verspreche dir, dass ich dich immer beschützen werde, so wie du mich beschützt hast. Du bist mein Anker, mein Licht, mein Zuhause. Und ich werde dich nie wieder loslassen.“

Ich lasse die Worte hängen, sehe, wie sie aufsteht und zu mir kommt. Sie wirft sich in meine Arme, ihr Gesicht vergräbt sich an meiner Brust, während sie leise weint. Der Applaus im Saal beginnt langsam, baut sich dann auf, bis es ein tobender Beifall wird. Doch in diesem Moment existiert für mich nur sie.

Am Tisch sehe ich Jaime, der seinen Kopf leicht schüttelt, ein schwaches, stolzes Lächeln auf seinem Gesicht. Tyrion hebt seinen Becher in meine Richtung, ein zustimmender, warmer Blick. Sansa wischt sich eine Träne weg, und sogar Paul sieht mich an, sein Blick sagt mehr, als Worte es könnten.

Marlis löst sich langsam von mir, sieht mich mit glänzenden Augen an und flüstert: „Ich liebe dich.“

Nach dem emotionalen Höhepunkt und der überwältigenden Stimmung im Saal erhebt sich Jaime, sein Becher in der Hand. Der Raum wird wieder still, und alle richten ihre Aufmerksamkeit auf ihn. Seine Stimme ist fest, durchdrungen von Stolz und Freude.

„Meine Damen und Herren,“ beginnt er, „dieser Abend ist ein besonderer. Nicht nur, weil wir hier zusammen sind, um eine neue Ära einzuläuten, sondern weil wir einen Mann und eine Frau feiern, die zeigen, was wahre Stärke und wahre Liebe bedeuten. Mein Sohn, Lukas, und seine Prinzessin, Marlis, sind nicht nur die Erben von Casterly Rock – sie sind das Herz und die Hoffnung unserer Familie.“

Er hebt den Becher etwas höher, seine Augen ruhen kurz auf mir und Marlis. „Lasst uns auf sie anstoßen, auf eine strahlende Zukunft voller Liebe, Stärke und Glück!“

Ein lauter Jubel und Applaus durchziehen den Saal, während alle ihre Becher heben. Bevor die Begeisterung abklingt, erhebt sich Tyrion mit einem verschmitzten Lächeln.

„Nun, Bruder, das hast du gut gesagt,“ beginnt er, was einige Lacher auslöst. „Aber ihr wisst, ich habe immer noch das letzte Wort.“ Seine Stimme wird sanfter. „Lukas, Marlis, ihr seid der Beweis dafür, dass selbst in den dunkelsten Zeiten Hoffnung und Liebe ihren Platz finden. Und, Lukas – ich wusste immer, dass du das Potenzial hast, ein großer Mann zu werden. Heute sehe ich das deutlicher denn je.“

Er hebt seinen Becher und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Auf die Erben von Casterly Rock – möge ihre Liebe so stark sein wie das Gold in unseren Hallen.“ Wieder bricht Jubel aus.

Sansa erhebt sich zuletzt, ihre Augen strahlen Wärme aus. „Ich schließe mich an. Lukas, Marlis – ihr seid nicht nur ein wunderschönes Paar, sondern ein Beispiel für uns alle. Auf euch, auf eure Zukunft und auf die Liebe, die euch verbindet!“

Der Saal hebt die Becher, und ein einheitliches „Auf Lukas und Marlis!“ hallt durch den Raum.

5

Zweifel an Jaimes Ruhe

Schauplatz: Casterly Rock · Tyrion Lannister, Sansa Stark, Jaime Lannister, Marlis of the Blackwater

Während die Gespräche im Saal wieder einsetzen, lehnt sich Tyrion entspannt zu Sansa herüber. „Also, Lady Stark,“ beginnt er mit einem amüsierten Ton, „was sagst du zu dieser Hochzeit? So viel Gold, so viele Emotionen – fast schon ein Märchen.“

Sansa lächelt und nimmt einen Schluck aus ihrem Becher. „Es ist wunderschön, Tyrion. Lukas und Marlis sind wirklich ein süßes Paar. Man kann sehen, wie sehr sie einander lieben.“

Tyrion hebt eine Braue und grinst verschmitzt. „Süßes Paar, sagst du? Klingt fast so, als wärst du ein klein wenig... neidisch?“

Sansa lacht leise, aber ihr Blick wird einen Moment lang nachdenklich. „Neidisch? Das glaube ich kaum, Tyrion. Wie kommst du darauf?“

„Nun,“ antwortet er lässig, „du bist außergewöhnlich gut darin, dich zu freuen. Aber vielleicht – nur vielleicht – wünschst du dir auch jemanden, der dich so ansieht, wie Lukas Marlis ansieht.“

Sansa schluckt leicht, dann setzt sie ein Lächeln auf. „Ich glaube, du spinnst, Tyrion.“

„Natürlich,“ antwortet er lachend und hebt seine Hände, als wollte er Frieden schließen. „Ich spinne immer. Aber ich habe meinen Grund.“

Bevor Sansa darauf eingehen kann, wechselt sie geschickt das Thema. „Sag mal, hast du eigentlich keine Angst, dass Cersei etwas tun könnte, um die Hochzeit zu ruinieren? Sie war nie die Art von Person, die Dinge einfach hinnimmt.“

Tyrion wird einen Moment lang ernst, doch er lehnt sich zurück. „Ich hatte meine Bedenken, ja. Aber Jaime scheint ungewöhnlich ruhig zu sein, was das betrifft. Wenn er keine Sorgen hat, dann habe ich beschlossen, ebenfalls ruhiger zu werden.“

Sansa nickt nachdenklich. „Vielleicht weiß Jaime etwas, was wir nicht wissen.“

„Vielleicht,“ antwortet Tyrion nachdenklich. Sie tauschen einen kurzen Blick und rufen Jaime zu sich.

Jaime tritt zu ihnen, noch immer mit seinem Becher in der Hand. „Was gibt es?“ fragt er mit einem leichten Lächeln.

Sansa sieht ihn direkt an. „Hast du keine Angst, dass Cersei... etwas versuchen könnte?“

Jaime verzieht keine Miene. „Nein,“ sagt er ruhig, ohne einen Moment zu zögern. „Cersei wird nichts tun. Sie hat keinen Grund, und sie weiß, dass es nichts bringt.“

Tyrion beobachtet seinen Bruder aufmerksam, sein Blick schärft sich. Jaime wirkt selbstsicher, doch Tyrion erkennt die subtile Anspannung in seinen Augen, die kaum wahrnehmbaren Bewegungen seiner Hände. Etwas stimmt nicht, und Jaime weiß mehr, als er sagt.

Doch bevor Tyrion nachhaken kann, hebt Jaime seinen Becher. „Lasst uns den Abend genießen. Cersei wird uns heute nicht die Stimmung verderben.“

Tyrion nickt langsam, doch in seinem Kopf beginnen sich die Gedanken zu drehen. Was genau weiß Jaime, dass er ihnen nicht erzählt?

6

Die Überraschung

Schauplatz: Casterly Rock · Lukas Lannister, Erik Stark, Jaime Lannister, Tyrion Lannister, Paul Lannister, Marlis of the Blackwater, Bran Stark

Der große Saal leert sich allmählich. Die Gäste verabschieden sich, ihre Gesichter erfüllt von Freude und Zufriedenheit nach der wunderschönen Feier. Ich sitze mit Paul und Erik am Tisch. Die letzten Gläser Wein und Reste des üppigen Festmahls liegen vor uns, während wir entspannt plaudern.

„Also, Lukas,“ beginnt Erik und lehnt sich in seinem Stuhl zurück, „wie fühlt es sich an, jetzt verheiratet zu sein? Große Veränderungen oder fühlt es sich einfach... richtig an?“

Ich lächle und nehme einen Schluck aus meinem Becher. „Es fühlt sich... richtig an, ja. Ich meine, ich habe immer gewusst, dass Marlis, die eine für mich ist. Aber jetzt, wo es offiziell ist, fühlt es sich an, als wäre alles genau da, wo es sein sollte.“

Paul nickt zustimmend. „Das sieht man euch auch an. Ehrlich, ich glaube, es gibt kein besseres Paar als euch. Du bist der Fels, sie ist die Sonne. Perfekte Balance.“

„Fels, Sonne,“ erwidere ich lachend, „ich hoffe nur, ich bleibe nicht zu steif wie ein Fels. Aber danke, Jungs. Das bedeutet mir wirklich viel.“

Marlis nähert sich dem Tisch, ihr Lächeln strahlend, und wir alle schauen auf. „Lukas,“ sagt sie sanft, „ich gehe kurz mit meinen Eltern und Geschwistern nach oben. Sie möchten mir noch etwas geben – es ist eine Art Familienritual, das wir nach Hochzeiten immer machen.“

„Ein Ritual?“ frage ich neugierig, während sie mir die Hand entgegenstreckt.

„Ja, es ist schwer zu erklären, aber es gehört zu unserer Tradition.“ Sie beugt sich zu mir, und wir teilen einen langen, liebevollen Kuss. Als sie mich loslässt, umarmt sie mich sanft. „Ich bin gleich zurück. Warte nicht zu lange auf mich.“

„Ich werde hier sein,“ sage ich lächelnd, und sie wirft mir einen letzten Blick voller Zuneigung zu, bevor sie den Raum verlässt.

Erik und Paul grinsen mich an, stoßen mich leicht mit den Ellbogen an, und Paul sagt schelmisch: „Das ist es jetzt, Lukas. Willkommen in der Ehe. Viel Spaß.“

Ich lache und schüttle den Kopf. „Danke, Jungs. Aber ehrlich gesagt, ich freue mich darauf. Es fühlt sich richtig an.“

Auf dem Weg zu ihrem Zimmer begegnet Marlis Jaime und Tyrion im Gang. Beide bleiben stehen, als sie sie bemerken.

„Marlis,“ sagt Tyrion mit einem Lächeln, „wohin des Weges? Solltest du nicht bei deinem Prinzen sein?“

Marlis schmunzelt. „Ich gehe nur kurz nach oben. Meine Eltern und Geschwister möchten mir noch etwas geben. Es ist eine Tradition in unserer Familie.“

Jaime nickt verständnisvoll. „Mach dir keine Sorgen. Wir kümmern uns hier um alles. Wir holen Lukas, Paul und Erik, wenn es soweit ist.“

„Danke,“ sagt Marlis lächelnd. „Ich komme gleich nach, zusammen mit meinen Eltern und Geschwistern.“

„Ach du kannst Sansa, Arya und Bran dann mitnehmen, sie mussten noch irgendwas wegen Winterfell abklären, ob alles okay ist, jetzt wo sie gerade nicht dort sind,“ sagte Tyrion.

„Na klar, mache ich.“ Gab Marlis glücklich zurück.

Die beiden nicken, und Marlis verschwindet nach oben. Jaime und Tyrion tauschen einen kurzen Blick aus, bevor sie sich auf den Weg machen, mich, Erik und Paul abzuholen.

Ich bemerke Jaime und Tyrion, wie sie auf uns zukommen, während wir uns noch unterhalten. Vater klatscht mit seiner linken Hand in die rechte goldene Prothese, was ein markantes Geräusch erzeugt, und lächelt. „Lukas,“ sagt er mit einem amüsierten Unterton, „wir haben uns noch eine kleine Überraschung für dich überlegt.“

Ich blicke fragend von Jaime zu Tyrion und zurück zu Erik und Paul, die beide grinsend dreinschauen. „Okayyy...“ sage ich, meine Neugier geweckt. „Was für eine Überraschung?“

Tyrion lacht. „Es ist etwas Schönes. Vertrau uns.“

Wir stehen auf und verlassen den Saal. Während wir durch die Gänge laufen, drehe ich mich zu Erik und frage: „Kommt schon, irgendwer von euch muss mir doch einen Hinweis geben. Ist es ein Geschenk? Irgendetwas Verrücktes?“

Erik schüttelt den Kopf, grinst und schweigt.

Dann wende ich mich an Paul. „Ist es vielleicht... ein kleines Turnier? Oder irgendetwas mit Musik?“

Paul lacht laut. „Nein, Lukas. Aber du wirst es mögen, das verspreche ich dir.“

Ich schaue Jaime an zwinkre ihm zu. „Vater, du musst es mir sagen.“

Jaime bleibt unbeeindruckt und sagt mit einem schiefen Grinsen: „Geduld, Sohn. Es wird sich lohnen.“

Schließlich drehe ich mich zu Tyrion. „Du warst doch immer derjenige, der mir alles erzählt hat. Also, was ist es?“

Tyrion hebt amüsiert die Brauen. „Nicht diesmal, Lukas. Du bist zu schlau, wenn es um Rätsel geht. Ich werde dir nicht den Spaß verderben.“

Draußen setzt die Abenddämmerung ein, und die Farben des Himmels sind atemberaubend. Ein sanftes Orange verschmilzt mit kräftigem Pink und zartem Violett, während die Sonne langsam hinter den Hügeln versinkt. Der Wind trägt den Duft von frischem Gras und blühenden Blumen mit sich, und ich spüre die kühle Brise auf meinem Gesicht.

Plötzlich bleiben die vier stehen. Jaime und Tyrion drehen sich zu mir um, ihre Gesichter von einem verschmitzten Lächeln erhellt.

„Es ist keine Überraschung, wenn du weißt, wohin wir gehen,“ sagt Jaime.

Bevor ich protestieren kann, holt Tyrion ein Stück Stoff hervor. „Deshalb...“

„Was soll das?“ frage ich und lache ungläubig, während sie mir eine Augenbinde anlegen.

„Wir wollen nur sicherstellen, dass die Überraschung auch wirklich eine Überraschung bleibt,“ sagt Jaime lachend.

„Ihr seid unmöglich,“ murmele ich, aber ich lasse es geschehen.

„Vertrau uns, Lukas,“ sagt Paul, während ich spüre, wie sie mich an der Hand nehmen und führen. Ich bin neugierig, aufgeregt und ein wenig verwirrt. Doch die Vorfreude in mir wächst. Was könnte es sein?

Während Erik und Paul mich vorsichtig über die unebenen Steinplatten des Schlosshofs führen, entfernen sich Jaime und Tyrion ein Stück, sodass ihre Stimmen nicht bis zu uns dringen können. Tyrion wirft einen letzten Blick über die Schulter, um sicherzustellen, dass wir außer Hörweite sind, bevor er Jaime anspricht.

„Mein Bruder,“ beginnt Tyrion in seinem typischen, beiläufigen Tonfall, der jedoch stets eine scharfe Kante hat, „ich habe dich selten so ruhig gesehen. Vor allem nicht, wenn es um Lukas geht. Keine Anspannung, keine Sorge, dass Cersei etwas tun könnte, um die Hochzeit deines Sohnes zu sabotieren. Das passt nicht zu dir.“

Jaime versucht, dem Gespräch auszuweichen, indem er betont, ja sogar lässig bleibt. „Es gibt nichts, worüber ich mir Sorgen machen müsste. Cersei wird nichts unternehmen.“

Tyrion bleibt stehen und zieht Jaime am Arm zum Stillstand. Seine grauen Augen sind ernst. „Nichts? Wirklich? Wir sprechen von Cersei, derselben Frau, die bereit war, King’s Landing in Flammen aufgehen zu lassen, nur um ihren Willen durchzusetzen. Und jetzt willst du mir erzählen, dass sie ohne Weiteres zusieht, wie ihr Sohn jemanden heiratet, den sie nicht für würdig hält?“

Jaime seufzt schwer, offensichtlich unwillig, dieses Gespräch zu führen. „Sie hat mir versprochen, dass sie nichts tun wird. Ich glaube ihr.“

Tyrion lacht leise, ein trockener, humorloser Laut. „Versprochen? Cersei hat dir etwas versprochen, und du glaubst ihr? Ich nehme an, sie hat dir auch versprochen, nicht zu explodieren, wenn man sie provoziert. Sag mir, Jaime, warum bist du so sicher?“

Jaime zögert, dann gibt er nach. „Ich habe einen Brief von ihr bekommen.“

Tyrions Neugier wächst. „Einen Brief? Was stand drin?“

Jaime senkt den Kopf, und seine Stimme wird leiser. „Sie hat... alles aufgeschrieben, Tyrion. Alles, was sie denkt und fühlt. Über mich, über Lukas, über dich.“

„Mich?“ Tyrions Ton wird vorsichtig, beinahe ängstlich. „Und was hat sie über mich gesagt?“

„Nichts, was dich überraschen würde,“ antwortet Jaime knapp. „Sie hasst dich. Sie gibt dir immer noch die Schuld an Mutters Tod. Sie kann nicht ertragen, dass ich dich nicht genauso sehe wie sie dich sieht. Das zu lesen war alles sehr hart, aber nicht so schlimm wie...“ er stottert.

„Was denn?“ Tyrion mustert Jaime, seine Stimme sanfter, fast besorgt.

Jaime holt tief Luft, als würde er sich darauf vorbereiten, eine schwere Last abzuladen. „Sie hat mir vorgeworfen, sie im Stich gelassen zu haben. Damals, als ich gefangen war, als ich meine Hand verlor. Sie glaubt, ich hätte sie mehr lieben müssen, stärker für sie da sein müssen. Ich war nicht für unsere Kinder da… Sie hasst mich dafür, dass ich nicht der Mann bin, den sie in mir sehen will.“

Tyrion zieht die Stirn kraus. „Das ist Quatsch. Aber es klingt... nach Cersei. Aber das erklärt nicht, warum du glaubst, dass sie Lukas und Marlis in Ruhe lässt.“

„Weil sie es geschrieben hat,“ sagt Jaime ernst und hebt den Blick. „Sie hat geschrieben, dass sie Marlis hasst. Dass sie nicht möchte, dass Lukas einen solchen Menschen heiratet. Aber sie hat auch geschrieben, dass sie nichts tun wird. Nicht weil ich sie darum gebeten habe, sondern aus Liebe zu Lukas. Sie hasst ihn dafür, dass er mich liebt und mich als seinen Vater akzeptiert und mich ihr bevorzugt. Sie hasst ihn dafür, dass ich ihn liebe.... Aber sie liebt ihn trotzdem…, weil er ihr Sohn ist. Trotz all des Hasses.“

Tyrion schüttelt langsam den Kopf, ungläubig. „Und du glaubst ihr? Nach allem, was sie getan hat, was sie gesagt hat?“

Jaime nickt. „Ja. Weil ich sie kenne. Cersei lügt, wenn sie reden muss. Aber wenn sie schreibt… sie würde so etwas nicht aufschreiben, wenn sie es nicht meint. Sie weiß, dass diese Worte nicht zurückgenommen werden können. Zudem geht es um ihr Kind und du weißt wie sie ist, wenn es um ihre Kinder geht.“

„Vielleicht,“ murmelt Tyrion, „aber sie weiß auch, wie sie dich manipulieren kann. Sie hat dir all das geschrieben, damit du dich sicher fühlst. Damit du dich entspannst. Und vielleicht schlägt sie dann zu, wenn du am wenigsten damit rechnest.“

„Nein,“ entgegnet Jaime entschieden. „Nicht diesmal. Sie hat mich verletzt, ja. Sie hat mir Dinge gesagt, die ich nie vergessen werde. Aber selbst in ihrem Hass spüre ich ihre Liebe. Und das ist es, was mich überzeugt. Sie kann mir…, kann uns doch nicht so etwas antun…“

Einen Moment lang herrscht Stille zwischen den Brüdern. Schließlich nickt Tyrion langsam, obwohl sein Blick immer noch skeptisch bleibt. „Ich hoffe, du hast recht, Jaime. Für Lukas und deinetwegen.“

Jaime nickt stumm, und die beiden widmen sich wieder uns. Gerade rechtzeitig, denn ich frage zum wiederholten Mal lautstark: „Kann mir jetzt endlich jemand sagen, was diese verdammte Überraschung ist?“

Tyrion und Jaime drehen sich fast gleichzeitig zu mir um, ein schelmisches Funkeln in ihren Augen.

„Na, Lukas,“ beginnt Tyrion mit seiner gewohnt spöttischen Stimme, „was denkst du, wohin wir dich wohl schleppen? Ein Geheimgang, der zu einer Horde Wildlinge führt? Oder vielleicht doch ein Raum voller Spinnen?“

Ich runzele die Stirn und antworte trocken: „Wenn ich mich recht entsinne, war das eher dein Albtraum, Onkel.“

Jaime lacht leise, klopft Tyrion auf die Schulter und fügt hinzu: „Vielleicht ist es auch einfach nur ein sehr langer Spaziergang, damit du auf dem Weg Hunger bekommst. Schließlich essen wir gleich etwas, oder?“

„Oder wir haben einfach ein Loch gegraben, in das du reinfällst,“ wirft Tyrion beiläufig ein, wobei Erik und Paul prusten müssen.

„Das würde ich euch zutrauen,“ murmele ich, während ich versuche, anhand des Weges und der Geräusche zu erraten, wohin sie mich führen. Doch ihre verwirrenden Kommentare und das ständige Kichern bringen mich bald dazu, genervt aufzugeben. „Ihr seid unmöglich. Könnt ihr mir nicht einfach sagen, was es ist?“

„Wo bliebe denn da der Spaß?“ fragt Jaime mit gespielter Empörung.

„Spaß? Für euch vielleicht! Für mich ist das purer Stress.“

„Oh, das ist gut,“ sagt Tyrion trocken. „Stress macht hungrig, und hungrig bist du viel erträglicher.“

Ich öffne den Mund für eine scharfe Erwiderung, doch in diesem Moment bleibt Erik stehen und verkündet: „Wir sind da.“

7

Fest am Apfelbaum

Schauplatz: See mit dem Apfelbaum · Lukas Lannister, Jaime Lannister, Tyrion Lannister, Erik Stark, Bronn, Paul Lannister, Podrick Payne, Theon Greyjoy

„Endlich,“ murmle ich, doch bevor ich mehr sagen kann, lösen Jaime und Paul die Augenbinde, und ich blinzle in die einsetzende Dunkelheit. Es dauert einen Moment, bis ich realisiere, was vor mir liegt, und dann bleibt mir der Mund offen stehen.

Der See vor uns glitzert wie ein Spiegel, in dem sich die ersten Sterne des Abends und das Licht zahlloser Fackeln reflektieren. Die Fackeln sind ringsum aufgestellt und tauchen die gesamte Lichtung in ein warmes, goldenes Leuchten. Am Ufer, wo das Gras kurz und gepflegt ist, steht ein mächtiger Apfelbaum, dessen Äste sich sanft im Wind wiegen und dessen Blüten und Blätter im Licht der Fackeln strahlen.

Neben dem Baum ist ein großer Tisch aufgebaut, gedeckt mit Krügen voller Wein, Bier und Wasser. Darauf stehen Kuchen, Pasteten und andere Köstlichkeiten, die wie ein Festmahl wirken. Die Blumen, die den See umgeben, leuchten in den verschiedensten Farben und wirken durch das Licht noch lebendiger.

Vor dem Tisch stehen Bronn, Theon und Podrick, die mich mit breitem Grinsen ansehen.

„Überraschung!“ rufen sie alle gleichzeitig, ihre Stimmen voller Freude.

Ich blicke sprachlos zwischen ihnen hin und her, dann zurück zu dem See, dem Baum, dem Tisch. „Das ist... unglaublich,“ bringe ich schließlich hervor.

„Das ist für dich, Lukas,“ sagt Jaime mit einem warmen Lächeln. „Ein Abend, an dem es nur um dich geht.“

Tyrion nickt und fügt trocken hinzu: „Genieße es. Ab morgen bist du wieder unser Laufbursche.“

Ich lache, obwohl ich immer noch sprachlos bin, und lasse meinen Blick erneut über die atemberaubende Szenerie schweifen.

Wir setzen uns an den großen Tisch, der unter dem Apfelbaum aufgestellt ist. Die Krüge mit Wein und Bier werden herumgereicht, und jeder nimmt sich ein Glas oder Becher. Tyrion erhebt das erste Mal sein Weinglas und blickt mit einem schelmischen Grinsen in die Runde.

„Auf Lukas,“ beginnt er, „unseren jungen Helden, der sich nicht nur von der Dunkelheit seines blinden Vertrauens leiten ließ, sondern auch den Mut hatte, mit uns allen hierher zu kommen, ohne uns zu verfluchen.“

„Noch nicht,“ werfe ich lachend ein, was allgemeines Gelächter hervorruft.

„Möge dieser Abend für dich so unvergesslich sein wie die Geschichten, die ich heute Abend über dich erfinden werde,“ fügt Tyrion hinzu und stößt mit mir an.

Alle heben ihre Gläser und rufen im Chor: „Auf Lukas!“

Ich lächle, nehme einen großen Schluck Wein und lasse meinen Blick über die fröhliche Runde schweifen.

„Also,“ beginnt Tyrion, während er sich ein großes Stück Pastete nimmt, „Marlis und die anderen werden später noch dazustoßen. Sie haben angeblich auch eine kleine Überraschung für dich.“

Ich lache und hebe die Hände. „Oh weh, noch mehr Überraschungen? Ich weiß nicht, ob mein Herz das aushält.“

„Vielleicht ist es ein Lied,“ schlägt Podrick schüchtern vor.

Bronn schnaubt. „Wenn es das ist, hoffe ich, sie singen besser als er.“ Er deutet auf Podrick, der sofort rot wird.

„Ach, lass ihn in Ruhe,“ sage ich, grinsend. „Podrick hat seine Talente. Singen gehört vielleicht nicht dazu, aber wer weiß?“

Podrick sieht mich dankbar an, bevor Jaime sich einmischt: „Vielleicht ist es ein Rätsel. Marlis liebt es doch, dich zu verwirren.“

„Oh, großartig,“ murmele ich. „Noch mehr Gelegenheiten, um mich vor allen lächerlich zu machen.“

„Das brauchst du nicht,“ fügt Erik trocken hinzu. „Das erledigen wir schon für dich.“

Alle lachen, und ich schüttle den Kopf.

Paul sieht zu Tyrion und fragt: „Wie hast du eigentlich all das hier organisiert? Das sieht nicht nach einer spontanen Idee aus.“

„Nun,“ sagt Tyrion mit einem dramatischen Seufzen, „Jaime und Marlis kamen mit der Idee und der Rest war eine Kombination aus meinem unvergleichlichen Charme, dem Lannister Geld und Bronn's Fähigkeit, Leute dazu zu bringen, Dinge zu tragen, ohne Fragen zu stellen.“

„Und was hast du gemacht?“ fragt Theon und sieht Bronn an.

„Ich habe sichergestellt, dass keiner von uns unterwegs stirbt,“ antwortet Bronn trocken, während er sich noch ein Stück Pastete nimmt.

Ich lache, lehne mich in meinem Stuhl zurück und genieße den Moment, die Gespräche und das Essen. Die Fackeln flackern im Wind, und der See spiegelt die Sterne und das Licht wider. Es ist ein Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde.

Tyrion schlägt vor: „Wie wäre es mit einem Spiel, um den Abend noch unterhaltsamer zu machen?“

Alle sehen ihn erwartungsvoll an.

„Einfach, aber effektiv: Eine Person stellt der nächsten eine Frage. Die Befragte Person muss entweder ehrlich antworten oder einen großen Schluck Wein trinken.“

„Und wenn die Person lügt?“ fragt Bronn mit einem Grinsen.

„Nun,“ sagt Tyrion, „dann trinken wir alle – um die Unverschämtheit zu feiern.“

Allgemeines Lachen bricht aus, und nach ein wenig Hin und Her einigt sich die Gruppe auf die Reihenfolge.

Erik grinst schelmisch. „Podrick, sei ehrlich – wer war die erste Person, die du geküsst hast?“

Podrick wird knallrot und stammelt: „Ähm … also … ich … äh … das war eine Magd in Winterfell.“

„Ah, eine Magd,“ wiederholt Bronn grinsend. „Und wie hat sie dir gefallen?“

Podrick nimmt schnell einen großen Schluck Wein, was allgemeines Gelächter auslöst.

Dann sieht er nervös zu Theon. „Äh, Theon … wenn du dir aussuchen könntest, jemandem in dieser Runde die Treue zu brechen, wer wäre es?“

Theon zieht eine Augenbraue hoch. „Das ist eine gute Frage.“ Er lässt seinen Blick über die Runde schweifen, grinst und sagt schließlich: „Bronn. Einfach, weil er derjenige ist, der sich wahrscheinlich am wenigsten darum kümmern würde.“

Bronn hebt seinen Becher und prostet ihm zu. „Das stimmt. Aber ich merke es mir trotzdem.“

Theon lehnt sich zurück und überlegt. „Bronn, du bist ein Söldner durch und durch. Würdest du mich für den richtigen Preis verraten?“

Bronn lacht laut auf. „Theon, Junge, ich würde dich für den halben richtigen Preis verraten. Aber keine Sorge, heute Abend bin ich loyal – solange der Wein fließt.“

Alle lachen, und Theon schüttelt den Kopf.

Bronn grinst breit. „Tyrion, wenn du eine Nacht mit entweder Sansa oder Shae verbringen könntest, wen würdest du wählen?“

Tyrions Gesicht verfinstert sich kurz, aber er lacht dann trocken. „Shae. Aus dem einfachen Grund, dass sie mich wenigstens so akzeptiert hat, wie ich bin – zumindest eine Zeit lang.“

Die Runde wird für einen Moment still, bevor Tyrion einen großen Schluck Wein nimmt. „Das war nötig.“

Tyrion dreht sich zu Jaime. „Mein lieber Bruder, eine einfache Frage: Hättest du jemals gedacht, dass du Vater wirst – und wenn ja, warst du darauf vorbereitet?“

Jaime überlegt kurz, nimmt dann einen Schluck Wein und antwortet: „Ja, ich habe daran gedacht. Aber vorbereitet? Nie im Leben. Und manchmal denke ich, das war auch besser so.“

Tyrion nickt zufrieden.

Jaime mustert Paul mit einem leicht herausfordernden Blick. „Paul, wen in dieser Runde würdest du am ehesten in einem Kampf besiegen – und wen am unwahrscheinlichsten?“

Paul denkt nach. „Am ehesten? Podrick – sorry, Kumpel.“

Podrick zuckt nur mit den Schultern. „Kein Problem.“

„Und am wenigsten?“ Paul sieht sich um und sagt schließlich: „Bronn.“

Bronn nickt zustimmend. „Kluger Mann.“

Paul schmunzelt und fragt dann mit einem wissenden Blick: „Lukas, hast du jemals daran gedacht, wie dein Leben verlaufen wäre, wenn du niemals herausgefunden hättest, wer dein wahrer Vater ist?“

Ich halte kurz inne, überlege und antworte dann: „Ehrlich gesagt? Ich glaube, es hätte vieles einfacher gemacht. Aber gleichzeitig hätte ich nie so viel über mich selbst und meine/unsere Familie gelernt. Tatsächlich wüsste ich nicht einmal, ob ich heute überhaupt hier wäre. Es war schwierig, aber ich bin unfassbar dankbar, dass ich die Wahrheit kenne und froh dass es ist, wie es ist.“

Jaime und Tyrion tauschen einen schnellen Blick, und Jaime hebt sein Glas. „Ein wahrer Lannister“, sagt er stolz, bevor er einen tiefen Schluck nimmt.

Ich sehe Erik an und überlege kurz. „Erik, hast du jemals einen von uns in der Runde beneidet? Und wenn ja, warum?“

Erik lacht leise. „Ehrlich gesagt, ja. Dich, Lukas. Für deinen Mut, den ganzen Weg hierherzugehen, ohne genau zu wissen, was dich erwartet. Ich hätte wahrscheinlich nach der Hälfte der Strecke kehrtgemacht.“

Ich lächle leicht verlegen, während die anderen Erik für seine Ehrlichkeit anerkennend zunicken.

Ein paar Minuten später sitzen Paul und ich nebeneinander auf den Schaukeln am großen Apfelbaum. Das Licht der Fackeln flackert leicht im Abendwind, und die spiegelglatte Oberfläche des Sees reflektiert den Schein. Während ich sanft hin und her schwinge, bemerke ich die Initialen, die in das Holz meiner Schaukel eingeritzt sind.

„J.L. Das muss mein Vater damals gemacht haben, oder?“

„Wahrscheinlich. Hier steht C.L., das war dann wohl Cersei. Interessant, wie viel Geschichte in so kleinen Dingen steckt.“ Antwortet Paul.

„Schon verrückt, dass wir jetzt hier sitzen. Auf denselben Schaukeln, auf denen sie als Kinder gesessen haben. Manchmal frage ich mich, ob sie damals schon wussten, wie kompliziert ihr Leben einmal werden würde...“ murmelte ich.

„Weißt du, was noch verrückter ist? Dass ich das Gefühl habe, mein Platz ist genau hier. Bei dir. Ich meine, du bist mein Cousin, aber du… du bist wie ein Bruder für mich.“

Ich bin kurz verwundert aber gleichzeitig fröhlich erstaunt, da ich so einen Satz nicht von ihm erwartet hätte.

Glücklich und ehrlich antworte ich ihm „Für mich bist du auch wie ein Bruder. Egal, was passiert oder wer kommt und geht – du bist unersetzbar.“

Ich stehe auf und ziehe ihn aus der Schaukel in eine Umarmung „Ich werde für dich da sein. Immer.“

Wir halten uns kurz fest, bevor wir uns wieder hinsetzen und weiterreden, während das leise Rauschen des Wassers die Atmosphäre untermalt.

Tyrion nippt an seinem Wein und sieht in die Ferne, wo die Dunkelheit der Nacht langsam die Wiese einhüllt.

Tyrion: „Seltsam, sie müssten eigentlich längst hier sein. Ich meine, Marlis ist normalerweise nicht diejenige, die sich verspätet.“

Bronn: „Vielleicht hatten sie einfach noch ein bisschen Spaß auf dem Weg. Oder es ist irgendetwas dazwischengekommen. Die Damen sind manchmal etwas… eigen.“

„Sie wissen, wie wichtig das hier ist. Sie kommen. Vielleicht sind sie einfach etwas aufgehalten worden“, sagte Jaime entschlossen.

Tyrion: „Bronn, Theon, Podrick – ich denke, wir sollten uns auf den Weg machen. Es ist besser, wenn wir nachsehen, bevor irgendjemand nervös wird.“

Bronn: „Na gut, aber nur, weil ich neugierig bin, was sie für eine Ausrede haben.“

Podrick und Theon nicken, und die drei machen sich zusammen mit Tyrion auf den Weg. Erik bleibt zurück und schaut Jaime fragend an.

Erik: „Und wir? Bleiben wir hier?“

Jaime: „Wir warten. Falls sie zurückkommen, bevor die anderen sie finden.“

Die Gruppe teilt sich auf, während der Schein der Fackeln langsam schwächer wird und der Abend voranschreitet.

Paul und ich schlendern vom Schaukeln zurück zum Tisch, wo Erik und Jaime noch sitzen und sich unterhalten. Jaime hat einen Krug Wein vor sich, während Erik an einem Bier nippt. Wir setzen uns zu ihnen und lehnen uns entspannt zurück.

Lukas: „Wo sind eigentlich die anderen? Eben waren doch noch alle hier.“

Jaime schaut auf, seine Stimme ruhig und gelassen „Tyrion, Bronn, Podrick und Theon sind los, um nach Marlis und den anderen zu sehen. Sie wollten etwas besprechen.“

Paul grinst verschmitzt „Na, das klingt doch nach einer Gelegenheit.“

Erik lacht leise „Wie meinst du das?“

„Mehr Party für uns! Ohne Tyrion bleibt immerhin mehr Wein übrig“ ruft Paul.

Wir lachen, und Jaime hebt seinen Krug, um uns zuzuprosten.

„Na gut, dann lasst uns anstoßen. Auf die Feier, die hinter uns liegt, und… auf das, was noch kommt.“

Wir stoßen an, und die Stimmung wird wieder gelöst und ausgelassen. Das Licht der Fackeln flackert, und die Gespräche werden lebhafter.

8

Schritte in der Dunkelheit

Schauplatz: Unterwegs · Tyrion Lannister, Bronn, Podrick Payne, Theon Greyjoy

Tyrion, Bronn, Podrick und Theon marschieren durch die aufkommende Dunkelheit. Der Weg ist von Bäumen gesäumt, die Schatten werfen, die im Fackelschein tanzen. Die Stimmung ist entspannt, und Tyrion beginnt, das Gespräch zu lenken.

Tyrion: „Also, Bronn, was sagst du zur Hochzeit? Ich habe dich nicht weinen sehen, aber ich hätte schwören können, dass dir ein kleines Lächeln entglitten ist.“

Bronn schnaubt und grinst leicht „Ich lächle, wenn der Wein gut ist. Und bei dieser Hochzeit war er ausgezeichnet.“

Podrick lächelt schüchtern „Es war wirklich wunderschön. Alles – die Dekoration, die Musik, wie alle glücklich waren…“

Theon nickt „Das stimmt. Es war… friedlich. So etwas sieht man nicht oft, vor allem nicht in unseren Kreisen.“

Bronn mit einem schiefen Lächeln „Ja, friedlich. Abgesehen von den drei Männern, die ich davon abhalten musste, zu viel von der Torte zu klauen.“

Tyrion lacht leise und nickt.

Tyrion: „Ach komm es war doch eh genug Torte für alle da und hier hattest du auch noch 5 Stück Pastete.“

Die anderen lachen, doch bevor das Gespräch weitergehen kann, werden sie durch das Geräusch von schnellen, schweren Schritten unterbrochen, die direkt auf sie zukommen.

Tyrion flüstert und hebt die Hand „Wartet. Seid still.“

Die Gruppe bleibt abrupt stehen, ihre Körper in Habachtstellung. Bronn zieht sein Schwert als Erster, dicht gefolgt von Theon und Podrick. Tyrion bleibt einen Schritt hinter ihnen, die Hand an seinem Dolch.

Bronn sagt leise, aber scharf „Was auch immer das ist, es kommt direkt auf uns zu. Bereit?“

Theon blickt nervös, aber entschlossen in die Dunkelheit „Bereit.“

Tyrion zieht seinen Dolch und murmelt „Lasst uns hoffen, dass es nur ein unvorsichtiger Händler ist.“