SEASON II · KAPITEL 8

Sadism

In Ramsays Gewalt

WORUM ES GEHT

Ramsay Bolton betritt Lukas' Zelle, verhöhnt ihn und fesselt ihn an einen Stuhl. Währenddessen erreichen Jaime und Marlis Sansa und Tyrion am Hafen; Tyrion verspricht seinem von Schuld zerfressenen Bruder, Lukas zurückzuholen, und Sansa tröstet Marlis. Zurück in der Zelle eröffnet Ramsay, dass Cersei ihn geschickt habe, um Jaime zu foltern und zu töten, und dass er mit ihr zusammenarbeite. Er rächt sich für seinen Vater Roose Bolton und schneidet Lukas Stirn und Wangen auf.

1

Ramsays Kerker

Schauplatz: Pyke · Lukas Lannister, Ramsay Bolton

Der kalte Steinboden unter mir ist feucht, und die karge, düstere Atmosphäre des Raumes erdrückt mich. Meine Muskeln schmerzen von dem Kampf und den Tritten der Wachen, und meine Gedanken kreisen unaufhörlich um Vater und Marlis. Ich hoffe, dass sie es sicher geschafft haben... dass sie jetzt auf dem Weg sind, um Verstärkung zu holen.

Das dumpfe Geräusch einer Tür, die sich öffnet, reißt mich aus meinen Gedanken. Ich hebe den Kopf, und meine Augen weiten sich, als ich ihn sehe: Ramsay Bolton.

Ein sadistisches Grinsen breitet sich auf seinem Gesicht aus, während er langsam in den Raum tritt. Seine Schritte sind ruhig, fast lässig, als ob er sich bereits seines nächsten Spiels sicher wäre. „Na, wen haben wir denn hier?“ fragt er in süßlicher, fast freundlicher Stimme, die mit seiner bösartigen Natur kollidiert.

„Du siehst nicht besonders bequem aus,“ sagt er, während er sich nähert. Sein Blick gleitet über mich, und er legt den Kopf schief, als würde er überlegen, wo er anfangen soll.

„F*** dich,“ zische ich durch zusammengebissene Zähne, während ich mich gegen die Schmerzen in meinem Körper auflehne.

Ramsay lacht leise, ein kaltes, höhnisches Lachen, das in den kahlen Wänden widerhallt. „Oh, ich mag es, wenn sie kämpfen,“ sagt er, seine Stimme jetzt tiefer, bedrohlicher. „Aber weißt du, das Kämpfen macht nur den Anfang schöner. Danach kommt der Schmerz... und das Flehen.“

Er tritt näher, und ich kann den fauligen Geruch seines Atems riechen, während er sich zu mir hinunterbeugt. „Weißt du, was ich am meisten genieße?“ fragt er, als würde er einem Kind ein Geheimnis anvertrauen. „Es ist der Moment, in dem sie realisieren, dass es keinen Ausweg gibt. Wenn sie verstehen, dass alles, was sie tun, sinnlos ist.“

Ich spucke ihm ins Gesicht, mein ganzer Körper zittert vor unterdrücktem Zorn. Ramsay wischt die Spucke mit einem leisen Kichern weg, ohne die Fassung zu verlieren. „Widerstandsfähig. Das mag ich,“ sagt er und richtet sich auf.

Er zieht ein Seil aus seiner Tasche und beginnt, es in den Händen zu spielen. „Aber jetzt,“ sagt er in fast sanftem Ton, „müssen wir ein wenig Ordnung schaffen.“

Er packt mich grob und fesselt meine Hände an den Stuhl vor einem Tisch in der Mitte des Raumes. Seine Bewegungen sind effizient, fast routiniert, als hätte er dies schon unzählige Male gemacht. Er zieht die Seile straff, so fest, dass sie sich in meine Haut schneiden.

„Es gibt viele Dinge, die wir hier tun könnten,“ sagt Ramsay, während er mich mit einem sadistischen Glanz in den Augen mustert. „Die Frage ist nur: Womit fangen wir an?“

Er geht um mich herum, seine Finger spielen mit einem scharfen Messer an seinem Gürtel. „Vielleicht sollten wir erstmal plaudern... bevor es richtig interessant wird.“

Sein höhnisches Lächeln zeigt mir, dass dies erst der Anfang ist.

2

Schlechte Nachrichten am Hafen

Schauplatz: Westküste (Überfahrt nach Pyke) · Jaime Lannister, Tyrion Lannister, Sansa Stark, Marlis of the Blackwater

Wechsel zu Jaime und Marlis

Jaime und Marlis sprinten durch die dunklen Straßen des Hafens, das Adrenalin treibt sie voran. Ihre Herzen rasen, doch sie lassen keinen Moment nach. Als sie endlich den Ort erreichen, an dem Sansa und Tyrion auf sie warten, sind sie außer Atem.

„Was ist passiert?“ fragt Tyrion sofort, als er die verzweifelten Gesichter von Jaime und Marlis sieht. Sansa steht besorgt daneben und mustert Marlis, die sichtlich aufgelöst ist.

„Er hat ihn...“ Marlis ringt nach Luft, ihre Stimme bricht. „Sie haben ihn erwischt.“

„Was?“ Sansa sieht schockiert aus. „Wo ist er?“

„In Pyke,“ sagt Jaime, seine Stimme schwer vor Anstrengung und Schuldgefühlen. „Er hat uns Zeit verschafft, damit wir entkommen können.“

„Also... er ist zurückgeblieben?“ fragt Tyrion leise, seine Augen verengen sich vor Besorgnis.

„Ja,“ sagt Jaime knapp, seine Augen auf den Boden gerichtet. „Es war der einzige Weg.“

Tyrion sieht seinen Bruder lange an, und dann legt er ihm eine Hand auf die Schulter. „Wir holen ihn zurück, Jaime,“ sagt er leise. „Wir holen ihn zurück.“

Jaime nickt, aber die Schuld in seinen Augen verschwindet nicht. „Ich weiß, dass wir das müssen,“ murmelt er, „aber ich... ich hätte ihn nie zurücklassen dürfen. Er hat für mich gekämpft, und ich konnte nichts tun.“

„Du hast ihn beschützt, so gut du konntest,“ sagt Tyrion sanft. „Du hast ihn nicht im Stich gelassen, er hat eine Wahl getroffen. Jetzt liegt es an uns, ihn zu retten.“

Jaime seufzt schwer und reibt sich die Schläfen. „Ich kann das nicht noch einmal verlieren,“ murmelt er. „Nicht ihn.“

„Das wirst du nicht,“ sagt Tyrion fest. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun.“

In der Zwischenzeit spricht Sansa leise mit Marlis. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie du dich fühlen musst,“ sagt sie sanft. „Aber du bist stark. Wir werden ihn zurückholen.“

Marlis schluchzt leise und wischt sich die Tränen aus dem Gesicht. „Ich hätte nie gedacht, dass es so weit kommt... dass wir um sein Leben kämpfen müssen,“ murmelt sie.

Sansa legt eine Hand auf ihre Schulter und zieht sie sanft in eine Umarmung. „Es ist schwer,“ flüstert sie, „aber gemeinsam sind wir stärker. Tyrion und Jaime werden alles tun, um ihn zurückzubringen. Und wir werden dafür sorgen, dass wir bereit sind, wenn sie es tun.“

„Danke,“ flüstert Marlis mit zitternder Stimme. „Danke, dass ihr mir helft.“

Sansa nickt ernst und hält sie weiter fest, während die Männer Vorbereitungen treffen, um so schnell wie möglich nach Pyke zurückzukehren.

3

Cerseis Auftrag

Schauplatz: Pyke · Lukas Lannister, Ramsay Bolton

Wechsel zu dir in der Zelle

In der kalten, leeren Zelle warte ich, jede Sekunde zerrt an meinen Nerven. Plötzlich öffnet sich die Tür mit einem Knarren, und Ramsay Bolton tritt erneut ein, diesmal mit einem breiten, triumphierenden Lächeln im Gesicht.

„Weißt du, was das Beste an dieser ganzen Situation ist?“ beginnt er, seine Stimme triefend vor Sarkasmus und Bosheit. „Deine Mutter hat mich geschickt.“

Ich blicke ihn fassungslos an. „Was?“

Er lacht kalt, ein unangenehmes Geräusch, das in der Stille widerhallt. „Oh ja, sie wollte, dass ich deinen Vater finde. Sie hat mir den Auftrag gegeben, ihn zu finden, zu foltern... und ihn langsam und qualvoll zu töten.“ Er kommt näher, bis er vor mir steht und mich von oben herab anstarrt. „Für das, was er ihr angetan hat.“

Ich spüre, wie mein Magen sich zusammenzieht, als er fortfährt. „Cersei wollte deinen Vater leiden sehen, Stück für Stück. Und weißt du was?“ Er beugt sich noch näher zu mir hinunter, bis sein Atem mein Gesicht trifft. „Sie wird es bekommen. Vielleicht nicht direkt durch meine Hände... aber indirekt.“

„Du lügst,“ knurre ich, doch meine Stimme klingt hohl. Ein Teil von mir glaubt ihm – die Kälte in seinen Augen und die Überzeugung in seiner Stimme sind zu stark, um ignoriert zu werden.

„Ach, du bist so naiv,“ sagt Ramsay mit einem sadistischen Lächeln. „Glaubst du wirklich, dass deine Mutter irgendein Mitgefühl für dich hat? Sie will nur eines – Rache. Und was könnte befriedigender sein, als zuzusehen, wie ich den Sohn ihrer Feinde zerbreche?“

Mein Blut kocht vor Wut, und ich versuche, mich zu wehren, doch Ramsay ist schneller. Mit einem brutalen Hieb trifft er mich ins Gesicht, und ich spüre den stechenden Schmerz, der mir durch den Kopf schießt. Bevor ich mich erholen kann, zieht er sein Messer hervor und legt es vorsichtig an meine Stirn.

„Nicht so hastig,“ flüstert er beinahe zärtlich. „Wir wollen doch, dass du etwas davon hast.“

Er zieht die Klinge sanft über meine Haut, und ich spüre, wie ein kleiner Schnitt entsteht. Blut sickert heraus, und der Schmerz ist nicht unerträglich, aber es brennt. Ramsay grinst, als er die Klinge wegzieht und sie in seiner Hand betrachtet.

„Nun,“ beginnt er, als wäre es ein normales Gespräch, „lass mich dir die Regeln erklären. Es gibt keine. Du wirst gehorchen, oder ich mache es nur schlimmer. Es liegt ganz bei dir, wie schnell das hier endet.“

Er setzt sich auf den Stuhl gegenüber von mir, legt das Messer auf den Tisch und verschränkt die Hände. „Du kannst es mir leicht machen... oder schwer. Was auch immer du tust, du wirst leiden. Aber wie viel? Das entscheidest du.“

Sein Lächeln wird breiter, und ich weiß, dass das Schlimmste erst noch bevorsteht.

Ramsay grinste finster, während er das Messer mit einem dunklen Glanz in den Augen betrachtete. „Weißt du,“ begann er und setzte sich wieder auf seinen Stuhl, „dein Vater… er hat meinem Vater, Roose Bolton, einiges angetan. Er hat ihn verraten, ihn geschwächt. Ein Verräter mehr, der die Geschichte nicht überlebt hat.“

Ich blickte ihm fassungslos in die Augen, während die Wunde an meiner Stirn weiter brannte. Ramsay sprach, als sei dies alles ein tiefes philosophisches Gedankenspiel. „Roose war ein großer Mann,“ fuhr er fort, „und ich habe viel von ihm gelernt. Besonders das Spiel der Macht. Und genau deshalb arbeite ich mit Cersei. Sie weiß, wie wichtig es ist, Rache zu üben, ohne selbst die Hände schmutzig zu machen. Ich schätze das an ihr.“

Er stand auf, ging langsam um mich herum und hielt sein Messer in der Hand. „Also, weißt du was?“ fragte er plötzlich, seine Stimme unnatürlich leise und fast vergnügt. „Ein kleines Geschenk für meinen Vater.“ Bevor ich reagieren konnte, setzte er das Messer an meine Wangen und schnitt mir leicht auf beiden Seiten. Der Schmerz war scharf, das Brennen durchdrang mein Gesicht, und ich konnte einen Schrei nicht ganz unterdrücken, obwohl ich es verzweifelt versuchte.

„Schreien ist erlaubt,“ sagte Ramsay und grinste noch breiter. „Es zeigt nur, dass du lebst.“