SEASON II · KAPITEL 7

I Cant Save Us

Flucht aus Pyke

WORUM ES GEHT

Lukas wird bei der Flucht aus Pyke von den Wachen überwältigt, verprügelt und in einen leeren Kerkerraum gestoßen, damit Jaime und Marlis entkommen können. Jaime zieht die verzweifelte Marlis zum versteckten Boot und rudert mit ihr übers Meer zurück zur Küste. Von Schuldgefühlen geplagt verspricht er Marlis, Lukas zurückzuholen, und will so schnell wie möglich Sansa und Tyrion erreichen, damit Tyrion Verstärkung besorgt.

1

Gefangen auf Pyke

Schauplatz: Pyke · Lukas Lannister, Marlis of the Blackwater

„Verdammter Mist!“ fluche ich, während ich unter ihrem Griff kämpfe, doch es ist aussichtslos. Sie sind zu viele, und ihre Hände sind wie Schraubstöcke. Einer von ihnen tritt mir in die Seite, um mich ruhig zu stellen. Der Schmerz schießt durch meinen Körper, aber ich halte den Mund. Ich weiß, dass Vater und Marlis jetzt jede Sekunde brauchen.

„Ihr werdet sie nicht kriegen!“ schreie ich ihnen entgegen, meine Stimme hart und trotzig.

„Schnappt ihn euch!“ brüllt einer der Wachen, und sie zerren mich hoch, als ich sehe, wie Vater und Marlis um die Ecke verschwinden. Sie sind entkommen.

„Los, bewegt dich!“ knurrt einer der Wachen und stößt mich unsanft vorwärts. Ich spucke Blut aus, aber sage nichts. Sie schleppen mich durch die dunklen Korridore der Burg, vorbei an verschlossenen Türen und alten, zerfallenen Wänden. Immer wieder werde ich getreten, aber ich konzentriere mich nur darauf, die Schmerzen zu ignorieren.

Irgendwann bleibt die Gruppe stehen. Eine schwere, knarrende Tür wird aufgestoßen, und sie stoßen mich in einen leeren Raum. Die Luft ist feucht, und es riecht nach altem Stein. Eine einzelne Fackel an der Wand wirft flackerndes Licht in den Raum. Die Wachen mustern mich abschätzend, als ob sie überlegen, was sie mit mir tun sollen.

„Ihr werdet nichts von mir erfahren,“ sage ich kalt, während ich mich aufrichte und den Schmerz in meiner Seite ignoriere.

Einer der Wachen tritt mich erneut, diesmal härter, und ich verliere das Gleichgewicht, falle auf die Knie. „Wir werden sehen, was du uns erzählst, wenn unser Lord mit dir fertig ist,“ sagt er höhnisch.

Mit schmerzendem Körper sehe ich zu Boden, während ich meine Gedanken ordne. Vater und Marlis sind jetzt sicher im Boot, auf dem Weg zu Sansa und Tyrion. Ich hoffe nur, dass sie es schaffen.

2

Flucht übers Meer

Schauplatz: Auf See · Jaime Lannister, Marlis of the Blackwater

Wechsel zu Jaime und Marlis

Jaime zieht Marlis hinter sich her, seine Schritte schnell und entschlossen, während hinter ihnen die Rufe der Wachen verhallen. Die Dunkelheit der Nacht hüllt sie ein, und der Wind peitscht um die steinernen Mauern von Pyke. Jaime wirft einen letzten, verzweifelten Blick über die Schulter in Richtung des Ganges, aus dem sein Sohn nicht mehr auftaucht.

„Nein!“ schreit Marlis, Tränen strömen über ihr Gesicht, während sie ihre Schritte fast verweigert. „Wir können ihn nicht zurücklassen!“

„Wir haben keine Wahl,“ antwortet Jaime, seine Stimme bricht fast, aber er zwingt sich, stark zu bleiben. „Er wollte, dass wir entkommen.“

Sie stürzen den Hügel hinunter, wo das Boot versteckt liegt. Ohne zu zögern, packt Jaime die Ruder und schiebt das Boot ins Wasser. „Steig ein!“ drängt er, als Marlis einen Moment zögert. Ihre Augen sind rot und geschwollen, Tränen tropfen von ihrem Kinn in die kalten Wellen, aber sie klettert ins Boot.

Jaime stößt das Boot kräftig ab und springt hinein, dann greift er nach den Rudern und beginnt zu rudern, seine Bewegungen kräftig und schnell, angetrieben von der Panik, die in ihm wütet. Das leise Plätschern des Wassers gegen den Rumpf ist das einzige Geräusch in der stillen Nacht, außer Marlis‘ gedämpftem Schluchzen.

„Er hat uns das Leben gerettet...“ flüstert sie zwischen ihren Tränen, ihre Hände umklammern den Rand des Bootes, als ob sie sich selbst daran festhalten müsste.

Jaime sagt nichts, seine Kiefermuskeln arbeiten vor Anspannung. Er will nicht an das Schicksal seines Sohnes denken, jetzt nicht. Jeder Schlag der Ruder bringt sie weiter weg von der Gefahr, aber auch weiter weg von ihm. Die Schuld nagt an ihm, aber er weiß, dass es keinen anderen Weg gab.

„Wir müssen Sansa und Tyrion finden,“ sagt er schließlich, die Worte schwer auf seinen Lippen. „Sie müssen wissen, was passiert ist. Tyrion wird Verstärkung besorgen können.“

„Aber was, wenn es zu spät ist?“ Marlis hebt den Kopf und ihre Stimme zittert vor Angst. „Was, wenn sie ihn...“

„Das werden sie nicht,“ unterbricht Jaime sie entschlossen, obwohl seine eigenen Zweifel an ihm nagen. „Wir holen ihn zurück. Ich verspreche es dir.“

Die beiden rudern schweigend weiter, bis sie die Küste erreichen. Dort hilft Jaime Marlis aus dem Boot, seine Augen immer noch in Richtung Pyke gerichtet. „Wir müssen uns beeilen,“ sagt er, „je schneller wir Verstärkung haben, desto eher können wir zurück.“