Willkommen im Dreadfort
„Willkommen im Dreadfort“, sagte er mit einer Stimme, die mir einen Schauer über den Rücken jagte. „Du bist in Sicherheit. Dein Vater und Bronn haben ein wenig Kopfweh, aber es geht ihnen gut. Sie sind in Winterfell.“
„Was?“, fragte ich hastig, mein Herz raste. „Was ist mit meinem Vater?“
„Er ist in Winterfell. Ich habe einen Raben geschickt, um sie über deine Anwesenheit zu informieren. Aber du solltest wissen, dass Cersei an dir interessiert ist und sie will, dass Jaime tot ist.“
Ich lehnte die Vorstellung ab, dass meine Mutter hinter meinem Vater her sein könnte. „Das wird nicht geschehen“, protestierte ich. „Ich werde sie beschützen!“
Ruus’ Lächeln wurde breiter, und mit einem schnellen Schlag traf er mich in den Magen. Die Luft entglitt mir, und ich fühlte mich, als würde sich mein Magen umdrehen. „Willst du das noch einmal versuchen?“
Gerade als ich mich wieder aufrappeln wollte, fühlte ich, wie die Dunkelheit wieder auf mich zukam. Mein Kopf dröhnte, und ich spürte, dass ich etwas unternehmen musste.
Sorge in Winterfell
Schnitt nach Winterfell:
In Winterfell war Jaime Lannister unruhig, während er nervös auf und ab ging. Brienne von Tarth beobachtete ihn mit besorgtem Blick. „Du musst aufhören, dir Vorwürfe zu machen, Jaime“, sagte sie sanft. „Es war nicht deine Schuld. Du hast alles getan, was du konntest.“
„Was, wenn ich ihn verloren habe?“, murmelte Jaime, seine Stimme war von Angst und Sorge durchdrungen. „Ich hätte ihn beschützen müssen. Er ist mein Sohn, und ich… ich kann nicht mehr. Was ist, wenn Cersei ihm etwas antut?“
Brienne trat näher, ihre Hand auf seiner Schulter. „Es gibt nichts, was wir im Moment tun können. Wir müssen abwarten und darauf hoffen, dass er in Sicherheit ist. Du musst an dich denken und die anderen schützen.“
Jaime sah sie an, seine Augen voller Trauer und Verzweiflung. „Ich kann nicht einfach hier sitzen und nichts tun, während mein Sohn in Gefahr ist!“
„Du bist nicht allein, Jaime“, antwortete Brienne fest. „Wir werden ihn finden. Wir werden alles tun, um ihn zu retten. Aber du musst zuerst deine eigenen Dämonen besiegen.“
In diesem Moment war klar, dass die Verbindung zwischen Jaime und Brienne tiefer ging als Freundschaft. Es war ein Band, das von Loyalität und Verständnis geprägt war – und vielleicht von etwas mehr.
Während die Gedanken um Jaime und die bevorstehenden Herausforderungen kreisten, machte sich ein Schatten über das Dreadfort breit, und ich wusste, dass die kommenden Tage alles verändern würden.
Folter
Die Dunkelheit des Dreadfort schien mich zu umhüllen, als ich gefoltert wurde. Jedes Mal, wenn ich das Gefühl hatte, ich könnte es nicht mehr ertragen, dachte ich an meinen Vater und die Versprechen, die ich ihm gegeben hatte. Ich musste stark bleiben, nicht nur für mich selbst, sondern auch für ihn. Ruus Bolton kam oft zu mir, seine Augen funkelten vor Freude über meinen Schmerz.
„Glaub nicht, dass dein Vater dich retten wird“, sagte er, während er mit dem Fuß gegen meinen Bauch trat. „Er hat viel mehr zu verlieren als dich.“
„Er wird mich holen“, provozierte ich, während ich versuchte, den Schmerz zu ignorieren. „Und wenn er es tut, wird er dich mit seiner goldenen Hand zerquetschen.“
Ruus lachte, und ich spürte den scharfen Schmerz, als er mir einen Schlag versetzte. „Das werden wir sehen, mein kleiner Lannister. Dein Vater ist nicht so unbesiegbar, wie du glaubst.“
Der Rettungsplan
Schnitt nach Winterfell:
In Winterfell waren Jaime, Brienne, Podrick und Bronn in einem geheimen Raum versammelt, während sie den Plan für den Angriff auf das Dreadfort schmiedeten.
„Wir müssen es schnell und präzise machen“, sagte Jaime mit einem Ausdruck von Entschlossenheit auf seinem Gesicht. „Wir haben nicht viel Zeit, bevor Ruus bemerkt, dass ich in der Nähe bin.“
„Aber wie wollen wir in die Festung eindringen? Sie sind gut bewacht“, wandte Bronn ein und sah Brienne an. „Wir können nicht einfach die Tore stürmen.“
„Wir sollten ein Ablenkungsmanöver inszenieren“, schlug Brienne vor. „Ein paar von uns könnten die Wachen ablenken, während andere versuchen, den Eingang zu finden. Podrick, du kennst dich im Dreadfort aus, oder?“
„Ja, ich bin einmal dort gewesen“, antwortete Podrick nervös. „Ich kann euch die Wege zeigen, die am besten geeignet sind.“
Jaime nickte, und ich konnte die Anspannung in der Luft spüren. „Das ist unser bester Plan. Wenn wir in die Zellen kommen, müssen wir so schnell wie möglich handeln und ihn rausholen.“
Brienne nahm Jaimes Arm und sah ihm in die Augen. „Wir bringen ihn zurück. Gemeinsam schaffen wir das.“
Ruus' Spott
Schnitt zurück zu Dreadfort:
Die Zeit verging quälend langsam, und ich fühlte mich immer schwächer, während die Folter weiterging. Doch ich wusste, dass meine Familie auf dem Weg war, um mich zu retten. Die Vorstellung, dass Jaime und Brienne alles daransetzen würden, um mich zu befreien, gab mir Kraft.
Eines Nachts, als Ruus mich wieder einmal besucht hatte, spürte ich, wie die Dunkelheit um mich herum dichter wurde. „Denkst du wirklich, dein Vater wird kommen?“, fragte er höhnisch. „Er hat zu viel Angst, um seine eigene Haut zu riskieren.“
„Du unterschätzt ihn“, erwiderte ich mit fester Stimme, trotz der Schmerzen, die mich durchzogen. „Er wird alles tun, um mich zu retten. Du kannst uns nicht trennen!“
Ruus trat einen Schritt zurück, überrascht von meinem Widerstand. „Du bist ein kleiner Kämpfer, das muss ich dir lassen. Aber Kämpfen wird dir hier nicht helfen. Und bald wirst du lernen, dass ich immer die Kontrolle habe.“
Während ich auf seinen schrecklichen Gesichtsausdruck starrte, wusste ich, dass die Hoffnung auf Freiheit nicht verloren war. Denn irgendwo da draußen plant mein Vater bereits, mich zurückzuholen. Und ich würde ihn nicht enttäuschen.
„Könnte es sein, dass dein Vater wieder einmal zu den Waffen greift, um zu töten?“ Ruus Bolton grinste und lehnte sich näher zu mir, während ich in den Fesseln saß. „Der Kingslayer, der er nun ist, hat nicht einmal den Mut, seine eigenen Kinder zu beschützen. Was für ein erbärmlicher Anblick. Hast du das Gefühl, dass du ihn enttäuscht hast?“
„Halt die Klappe, Ruus!“ schrie ich, obwohl meine Stimme schwach war. „Mein Vater wird kommen. Und wenn er es tut, wirst du für alles bezahlen, was du mir angetan hast!“
Ruus schüttelte den Kopf und schritt unruhig um mich herum. „Du bist also bereit, für den Mann zu kämpfen, der den König getötet hat, um sich selbst zu retten? Der Feigling, der einen Dolch in den Rücken gestoßen hat, während andere für ihr Leben kämpfen? Glaub mir, es ist besser, in dieser Welt nicht geboren zu werden, als ein Lannister zu sein.“
Vorbereitung zum Sturm
Schnitt nach Winterfell:
Die Vorbereitungen für den Angriff auf das Dreadfort waren im Gange. Jaime, Brienne, Podrick, Arya und Bronn bereiteten sich darauf vor, die Festung zu stürmen. Angeführt von Sansa und Bran hatten sie einen Plan entwickelt, der darauf abzielte, die Wachen abzulenken und mich zu retten.
„Sind wir bereit?“ fragte Jaime mit fester Stimme, als er seine Rüstung anlegte und sein Schwert zog.
„Ja, aber wir müssen vorsichtig sein“, antwortete Brienne. „Ruus wird sicher bereit sein, seine 'Ehren' zu verteidigen.“
Sansa nickte. „Wir haben nur eine Chance. Bran, kannst du uns helfen, die Wachen zu überwachen?“
„Ja, ich kann sehen, wo sie sich bewegen“, sagte Bran und konzentrierte sich, um die Bewegungen der Boltons zu spüren.
Sturm auf das Dreadfort
Die Gruppe zog los und bewegte sich in Richtung Dreadfort. Die Nacht war still, aber die Spannung war greifbar. Als sie die Wachen überwältigten und die Mauern stürmten, fühlte sich jeder Schlag und jeder Schrei wie ein Echo in meinem gebrochenen Geist an.
Es kam zu einem Kampf. Während die Kämpfer aufeinanderprallten, fiel ein Freund von Jaime, ein Soldat, der sie auf ihrer Reise begleitet hatte, unter den Klingen der Boltons. Sein Tod war ein trauriger Moment, der die Gruppe kurz innehalten ließ, als sie sich der grausamen Realität des Krieges bewusst wurden.
„Für den König!“ schrie Jaime und erweckte die anderen. Der Verlust eines Freundes war eine schmerzliche Erinnerung daran, dass sie nicht alle lebend zurückkehren würden.
Schnitt zurück zu Dreadfort:
Ich lag in dem dunklen Raum, gebrochen und geschlagen, als ich hörte, wie sich die Tür öffnete. Ruus trat ein, sein Gesicht von einem schrecklichen Grinsen erhellt.
„Siehst du, wie es ausgeht, wenn man für einen Feigling kämpft? Dein Vater ist ein Narr, der die Leute dazu bringt, für ihn zu sterben. Aber er wird auch hier sterben, und du wirst allein zurückgelassen.“
In diesem Moment hörte ich Schritte. Die Tür öffnete sich wieder, und ich sah Jaime, der allein den Raum betrat, sein Schwert in der Hand.
„Lass ihn in Ruhe, Ruus!“, rief Jaime mit einer Stimme, die von Wut und Entschlossenheit geprägt war.
Ich lag am Boden, vollkommen am Ende, und beobachtete, wie die Konfrontation zwischen den beiden begann. Ruus grinste nur breiter, als er die Angst in meinen Augen sah. „Glaub nicht, dass du ihn retten kannst, Kingslayer. Du bist nur ein Schatten deiner selbst.“
Jaime stellte sich schützend vor mich, und ich sah die Wut in seinen Augen. „Er wird nicht das letzte Wort haben, Ruus. Nicht heute.“
Ruus lachte höhnisch. „Na dann, lass uns sehen, ob du es schaffst, deinen eigenen Sohn zu retten.“
Die Luft war gespannt, als ich die Klinge in Jaimes Hand funkelnd erblickte, bereit, die letzte Schlacht zu schlagen.
Jaime trat vor, seine Augen fest auf Ruus gerichtet, der mit einem verächtlichen Lächeln auf den Lippen dastand. „Der große Kingslayer, der nun für seinen verlorenen Sohn kämpfen muss. Wie pathetisch“, höhnte Ruus und zog sein Schwert, das im schwachen Licht der Fackeln funkelte.
„Ich werde dich für all das bezahlen lassen, was du mir angetan hast!“, antwortete Jaime und hob seine Klinge, die in der Dunkelheit mit einer kalten Entschlossenheit blitzte. Die beiden Männer umkreisten sich, das Geräusch ihrer Füße auf dem steinernen Boden hallte in der stillen Luft wider.
Ruus war der Erste, der angriff. Mit einer schnellen Bewegung stürmte er vorwärts, das Schwert in einer breiten Hacke schwingend. Jaime parierte den Schlag mit einem knappen Schritt zur Seite und konterte sofort, indem er die Klinge auf Ruus' Seite zusteuerte. Ruus konnte gerade noch rechtzeitig ausweichen, und der Klang des Aufeinandertreffens hallte wie ein Donnerschlag durch den Raum.
Die beiden Kämpfer gingen in die Offensive, jeder Angriff wurde präzise und überlegt ausgeführt. Ruus nutzte seine Überlegenheit in der Größe und Kraft und versuchte, Jaime in die Ecke zu drängen. Doch Jaime war schnell und wendig, und mit jedem Angriff zog er sich geschickt zurück, bis sie sich wieder im Zentrum des Raumes gegenüberstanden.
„Du bist nicht der Mann, der du einmal warst, Jaime“, verspottete Ruus, während er in die Offensive ging. Er schlug mit wütenden Hieben zu, aber Jaime wehrte jeden Schlag mit einer Mischung aus Präzision und Verzweiflung ab. Mit jedem Aufeinandertreffen der Klingen spürte ich die Spannung in der Luft, die sich wie ein dünner Faden zwischen Leben und Tod spannte.
Jaime machte einen schnellen Schritt vorwärts und führte eine Serie von schnellen Stichen aus, die Ruus überraschten. Der Bolton wich aus und konterte, aber Jaime war bereits bereit, sich zur Seite zu rollen und den Schwung zu nutzen, um sich wieder zu positionieren.
„Kämpf weiter, du Feigling! Wo ist der berühmte Lannister, der die Macht der Starks besiegte?“, rief Ruus, der versuchte, Jaime zu provozieren. Doch Jaime hörte nicht hin; sein Fokus lag einzig und allein auf dem Kampf.
Plötzlich sprang Ruus nach vorne und versuchte, Jaime mit einem gezielten Schlag zu treffen. Jaime duckte sich und ließ Ruus mit seiner eigenen Wucht vorbeiziehen. In diesem Moment nutzte Jaime die Gelegenheit und stach mit voller Kraft zu. Die Klinge schnitt durch die Luft und durchbohrte die Schulter von Ruus, der vor Schmerz aufschrie.
Die beiden Männer taumelten zurück, jeder keuchend, aber entschlossen, den Kampf zu gewinnen. Ruus griff sich an die Schulter, der Schmerz blitzte in seinen Augen auf, während Jaime sich aufrichtete und die Kontrolle zurückgewann. Der Kingslayer war in seinem Element, das Feuer in seinen Augen brannte hell, während er seinen Gegner erneut anvisierte.
„Du hast dein Leben verwirkt, Ruus“, murmelte Jaime, als er sich erneut auf seinen Gegner zubewegte. „Heute wird deine Herrschaft enden.“
Mit einer schnellen Bewegung startete Jaime einen entschlossenen Angriff, seine Klinge wirbelte durch die Luft, während Ruus versuchte, sich zu verteidigen. Die Klingen trafen sich erneut, und die Macht ihrer Kämpfe war nahezu greifbar. Jaime drängte Ruus zurück, während die Wunden an dessen Körper tiefer wurden.
In einem letzten verzweifelten Versuch schwang Ruus sein Schwert mit aller Kraft, doch Jaime war schneller. Mit einer geschickten Bewegung wich er aus, und während Ruus sich in seiner eigenen Energie verlor, nutzte Jaime den Moment.
Mit einer präzisen Bewegung stach er zu, und die Klinge durchdrang das Herz von Ruus Bolton. Der Mann hielt inne, sein Gesicht zeigte einen Ausdruck von Unglauben, als er spürte, wie das Leben aus ihm wich. Jaime zog sein Schwert zurück und sah zu, wie Ruus zusammenbrach, seine Augen weit geöffnet, ohne Leben.
„Das ist für alles, was du mir angetan hast“, murmelte Jaime, als er über den leblosen Körper von Ruus hinwegtrat. Der Kampf war vorbei, und der Preis für meine Freiheit war hoch, aber die Befreiung kam nun mit der Aussicht auf Rache.
Jaime, immer noch atemlos von seinem Sieg über Ruus, schrie aus voller Kehle: „Für meinen Sohn!“ Das Echo seiner Stimme hallte durch den Raum, und in diesem Moment ließ er das Schwert fallen. Mit einer schnellen Bewegung rannte er zu mir und kniete an meinem Bett. Seine starken Arme schlossen mich in einer Umarmung, die Wärme und Sicherheit ausstrahlte.
Ich fühlte mich gebrochen, aber auch geborgen. Die Tränen strömten über meine Wangen, als ich in seinen Armen lag, und ich weinte mit letzter Kraft. „Es tut mir leid, mein Sohn“, flüsterte Jaime, während er mich fest an sich drückte. „Es tut mir leid, dass ich nicht früher da war. Es tut mir leid für all das, was dir angetan wurde.“
Ich schniefte und versuchte, ihn zu beruhigen. „Ich habe immer an dich geglaubt, Vater. Ich wusste, dass du kommen würdest“, sagte ich und fühlte, wie die Verzweiflung und der Schmerz langsam von mir abfielen. „Egal, was sie mir angetan haben, ich wusste, dass du mich retten würdest.“
Jaime hielt mich fester und murmelte: „Das wird nie wieder passieren. Ich werde alles tun, um dich zu beschützen. Ich schwöre es.“
Heimweg im Wagen
Als die anderen in den Raum kamen, sahen sie die Szene der Zärtlichkeit und des Wiedersehens. Bronn, Brienne und die Stark-Geschwister hatten sich der Gruppe angeschlossen und halfen, uns zu befreien. Sie schoben einen Wagen an, der von warmen Decken und einem Kissen gefüllt war. Draußen war es kalt, die Luft beißend und frisch, und ich konnte den Frost in meinen Atemwolken sehen.
Die anderen halfen mir in den Wagen, und Jaime setzte sich neben mich, während die Decken über uns gelegt wurden. Der Wagen rollte langsam und ruckelig, während wir auf dem Weg nach Winterfell waren. „Du bist so blass“, bemerkte Jaime besorgt. „Was haben sie dir angetan?“
Ich zögerte, die Erinnerungen an die Folter schmerzten noch immer. „Es war... es war schrecklich. Ruus und seine Männer haben mich geschlagen und gedemütigt. Sie haben mir Angst gemacht und versucht, mich zu brechen. Aber ich habe an dich gedacht, an Cersei, an alles, was wir zusammen durchgemacht haben. Es hat mir geholfen, stark zu bleiben.“
Jaime sah mich mit einem Ausdruck an, der von Schuld und Wut geprägt war. „Ich hätte nicht zulassen dürfen, dass sie dich berühren. Du bist mein Sohn. Ich hätte dich beschützen sollen. Aber als ich gefangen war…“
„Du warst gefangen“, unterbrach ich ihn sanft. „Was ist dir passiert, als Robb Stark dich gefangen nahm?“
Jaime seufzte tief und lehnte sich zurück. „Es war eine Zeit voller Verzweiflung für mich. Robb war voller Wut und Trauer über den Verlust seines Vaters. Er sah mich als Symbol des Verrats, und ich war schwach. Er ließ mich einsperren, und die Demütigung war groß. Es war nicht nur körperlich, es war auch psychologisch. Ich habe vieles verloren – meinen Ruf, meine Ehre…“
„Du bist nicht der Einzige, der leidet“, sagte ich, während ich ihn ansah. „Wir haben beide Kämpfe zu bestehen. Du bist immer noch mein Vater. Du bist stark. Du bist der Kingslayer, der für mich gekämpft hat. Ich kann dir nichts anlasten, weil ich weiß, dass du immer dein Bestes gegeben hast.“
Er nickte, und wir schwiegen einen Moment, während der Wagen über die holprige Straße rollte. „Ich hätte nie gedacht, dass ich soweit sinken würde“, fuhr Jaime fort. „Und doch stehe ich hier, bereit, alles zu riskieren, um dich zu retten. Du bist das Einzige, was mir noch geblieben ist.“
„Und das werde ich immer sein, egal was passiert“, antwortete ich und spürte, wie die Wärme der Decken mich umhüllte. „Wir werden das zusammen überstehen, ich schwöre es.“
Jaime lächelte schwach, und in diesem Moment fühlte ich die Verbindung zwischen uns. Wir waren Vater und Sohn, durch Schmerz und Verlust vereint, aber auch durch Liebe und Hoffnung.
Genesung in Winterfell
Schließlich erreichten wir Winterfell, die mächtigen Mauern zeichneten sich gegen den grauen Himmel ab. Als wir im Wagen saßen, spürte ich eine Mischung aus Erleichterung und Angst. Wir hatten das Überleben in den Klauen des Todes geschafft, doch die Herausforderungen, die uns erwarteten, waren noch immer nicht überwunden.
Die ersten Tage nach unserer Ankunft in Winterfell waren herausfordernd. Ich war körperlich und emotional am Ende, doch Jaime war immer an meiner Seite. Er half mir, mich aufzurichten, zu laufen und selbst zu essen. Mit jeder kleinen Verbesserung fühlte ich mich ein wenig stärker, und die Verbindung zwischen uns wurde tiefer.
Jaime saß oft an meinem Bett und erzählte mir Geschichten von früher, von den Tagen, als wir noch in Königsmund lebten. „Weißt du noch, wie ich dich als Kind mit zum Turnier genommen habe?“, fragte er eines Abends. „Du warst so begeistert von den Kämpfen, und ich konnte nicht anders, als zu lachen, als du mir erzähltest, dass du eines Tages selbst ein großer Ritter sein würdest.“
Ich nickte und lächelte schwach. „Ich wollte immer so stark sein wie du, Vater.“
Eines Nachts, als der Schnee sanft gegen die Fenster klopfte, saßen wir zusammen in unserem Zimmer. Die Kälte draußen war überwältigend, aber die Wärme der Erinnerungen hielt uns in diesem Moment zusammen. Plötzlich bemerkten wir einen Schatten, der durch das Fenster huschte. Ein Rabe flog herein und landete auf dem Tisch. Jaime und ich erstarrten, als der Vogel seinen Schnabel öffnete und einen Brief fallen ließ.